Viele Keyword-Recherchen beginnen mit einer Tabelle voller Begriffe. Die Länge dieser Liste sagt aber wenig über ihre Qualität aus. Entscheidend ist: Wonach suchen Menschen, die zu deinem Unternehmen passen – und welche Seite kann ihren Informationsbedarf beantworten?

Von Tanja Dirnberger · Marketing-PRAKTIKERIN

Was ist eine Keyword-Recherche?

Eine Keyword-Recherche ist die systematische Suche und Bewertung von Begriffen und Formulierungen, die Menschen verwenden, um Informationen, Produkte, Leistungen oder Lösungen zu finden. Sie verbindet Suchdaten mit Zielgruppe, Angebot und Website-Struktur.

  • Welche Themen und Formulierungen werden gesucht?
  • Wie groß ist das erkennbare Interesse und was möchten Suchende erreichen?
  • Welche Begriffe passen zum Angebot?
  • Welche Themen gehören auf eine gemeinsame Seite – und welche benötigen getrennte Seiten?

Eine Keyword-Recherche ist eine Entscheidungsgrundlage für Inhalte und Website-Struktur – nicht nur eine Sammlung von Wörtern.

Warum ist eine Keyword-Recherche wichtig?

Unternehmen und Kund:innen verwenden häufig unterschiedliche Begriffe. Intern heißt eine Leistung vielleicht „digitale Markenentwicklung“. Menschen suchen dagegen nach „Firmenwebsite erstellen lassen“ oder „neue Website Kosten“. Keywordanalyse macht solche Unterschiede sichtbar.

Sie unterstützt die Planung neuer Seiten, die Verbesserung bestehender Inhalte und die Priorisierung von Themen. Gleichzeitig hilft sie, unnötig ähnliche Seiten zu vermeiden.

Welche Fragen und Begriffe deine Kund:innen verwenden, erschließt du auch über die Zielgruppenanalyse.

Keyword oder Suchanfrage – was ist der Unterschied?

Ein Keyword ist ein Begriff oder Themenausdruck, mit dem du bei Recherche und Planung arbeitest. Eine Suchanfrage ist die konkrete Formulierung, die ein Mensch tatsächlich in ein Suchsystem eingibt.

Keyword ist nicht gleich Suchanfrage

Keyword

Keyword-Recherche

Suchanfragen

  • „Wie mache ich eine Keyword-Recherche?“
  • „Keywords für meine Website finden“
  • „Keyword-Recherche kostenlos“

Viele Suchanfragen können zum selben Thema gehören.

Mehrere sprachliche Varianten können denselben Informationsbedarf ausdrücken. Du musst deshalb nicht für jede Formulierung eine eigene Seite erstellen.

Woher kommen gute Keyword-Ideen?

Der erste Input kommt nicht aus einem Tool, sondern aus deinem Unternehmen und von den Menschen, die du erreichen möchtest.

Kundenfragen
Wiederkehrende Fragen aus Gesprächen, E-Mails, Beratung und Verkauf.
Produkte & Leistungen
Probleme, die du löst, konkrete Angebote und Begriffe deiner Zielgruppe.
Eigene Website-Daten
Suchanfragen, die bereits zu Impressionen und Klicks führen – aus Search Console oder Bing Webmaster Tools.
Keyword-Tools
Verwandte Begriffe, Suchdaten und zusätzliche Formulierungen als Recherche-Input.
Trends & Suchergebnisse
Entwicklungen, regionale Unterschiede und Hinweise auf aktuell passende Inhaltstypen.

Übernimm Vorschläge nicht ungeprüft: Jeder Begriff muss zum Unternehmen und zur Zielgruppe passen.

Welche Keyword-Daten sind wichtig?

Relevanz

Passt der Suchbegriff überhaupt zu deinem Unternehmen? Großes Suchinteresse ist wenig wert, wenn die Menschen dahinter nicht zu deinem Angebot passen.

Suchvolumen

Keyword-Tools weisen Suchaufkommen innerhalb ihres jeweiligen Systems aus. Google nennt im Keyword-Planer durchschnittliche monatliche Suchanfragen auf Basis historischer Daten und der gewählten Einstellungen, etwa Zeitraum und Region. Das ist eine Orientierung – keine exakte Zukunftsprognose für Websitebesuche.

Quelle: Google Ads – Historische Messwerte und Prognosen

Entwicklung und Trends

Das Interesse an einem Thema kann stabil, wachsend, rückläufig oder saisonal sein. Google Trends hilft, solche Verläufe zu untersuchen.

Google Trends zeigt relatives, normalisiertes Suchinteresse von 0 bis 100. Der Wert 100 bedeutet nicht 100 Suchanfragen.

Quelle: Google Trends – Häufig gestellte Fragen zu Trends-Daten

Werbewettbewerb und Gebote

„Wettbewerb“ im Google Ads Keyword-Planer beschreibt den Wettbewerb zwischen Werbetreibenden. Er ist kein direkter Messwert für die Schwierigkeit eines organischen SEO-Rankings. CPC- und Gebotsdaten stammen ebenfalls aus dem Werbesystem: Sie können kommerzielles Interesse andeuten, sind aber kein organischer Rankingfaktor.

Quelle: Google Ads – Historische Messwerte und Prognosen

Keyword Difficulty

SEO-Tools berechnen teils eigene Werte zur organischen Schwierigkeit. Diese proprietären Einschätzungen unterscheiden sich je nach Anbieter; einen offiziellen Google-Wert namens „SEO Difficulty“ gibt es nicht. Ein niedriger oder fehlender Wert garantiert keine leichte Platzierung.

Geschäftlicher Wert

Wie relevant wäre eine Person, die danach sucht, für dein Unternehmen? „Marketing“ ist breit. „Keyword-Recherche für kleine Unternehmen“ ist spezifischer und kann für einen entsprechenden Anbieter interessanter sein. Kleinere Keywords sind dadurch nicht grundsätzlich besser.

Warum Suchvolumen allein nicht reicht

Ein vereinfachtes, fiktives Beispiel: Keyword A weist 10.000 monatliche Suchanfragen aus, hat aber kaum Bezug zum Angebot. Keyword B weist 300 aus und passt konkret zur Leistung. Daraus folgt nicht automatisch, dass B die bessere Wahl ist – sondern, dass Nachfrage nur eine Dimension ist.

Das höchste Suchvolumen ist nicht automatisch das beste Keyword.

Was sind Long-Tail-Keywords?

Long-Tail-Keywords sind spezifische Suchbegriffe beziehungsweise Suchanfragen mit meist geringem individuellem Suchvolumen. „SEO“ ist breit, „SEO für kleine Unternehmen“ spezifischer und „SEO für kleine Unternehmen in Österreich“ noch konkreter.

Die Länge allein entscheidet nicht: Auch ein kurzer Fachbegriff kann sehr spezifisch sein. Präzisere Suchanfragen lassen Bedürfnisse oft deutlicher erkennen, sind aber nicht automatisch besser oder leichter zu platzieren.

Keywords richtig bewerten

Ein Keyword richtig bewerten

Passendes Keyword

  • Relevanz

    Passt es zu meinem Angebot?

  • Nachfrage

    Wird danach gesucht?

  • Intention

    Was möchte die Person?

  • Geschäftswert

    Ist das Thema wirtschaftlich relevant?

  • Umsetzbarkeit

    Kann ich eine hilfreiche Seite anbieten?

Bewerte die Kriterien gemeinsam und im Kontext deiner Ziele. Ein Keyword ist erst sinnvoll eingeordnet, wenn klar ist, was jemand wahrscheinlich erreichen möchte: verstehen, vergleichen, einen Anbieter finden, kaufen oder eine bestimmte Website aufrufen.

Zwei ähnliche Begriffe können unterschiedliche Erwartungen an eine Seite haben. Umgekehrt können verschiedene Formulierungen denselben Suchbedarf ausdrücken. Mehr dazu in Suchintention einfach erklärt.

Keywords zu Themenclustern zusammenfassen

Beim Clustering gruppierst du Begriffe mit gleichem oder sehr ähnlichem Suchbedarf. „Keyword-Recherche“, „wie macht man Keyword-Recherche“ und „Keywords recherchieren“ können beispielsweise auf einer gemeinsamen Seite behandelt werden, wenn die Suchergebnisse und Erwartungen dazu passen.

„Keyword-Recherche“ und „Suchintention SEO“ hängen zusammen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Für klar abweichende Informationsbedürfnisse sind getrennte Seiten sinnvoll.

Nicht jedes Keyword braucht eine eigene URL.

Keywords den richtigen Seiten zuordnen

Beim Keyword-Mapping entscheidest du, welche bestehende oder geplante Seite ein Thema übernimmt. Eine einfache Zuordnung kann so aussehen:

Themencluster
Keyword-Recherche
Hauptkeyword
Keyword-Recherche einfach erklärt
Ergänzende Begriffe
Keywords finden, Keywordanalyse, SEO Keywords recherchieren
Suchbedarf
Keyword-Recherche verstehen und selbst durchführen
Zielseite
/keyword-recherche-einfach-erklaert
Status
Bestehend / geplant / optimieren
Von vielen Keywords zur richtigen Seite
  • Keywords finden
  • Keywordanalyse
  • Keywords recherchieren
  • Keyword-Recherche

Themencluster

Keyword-Recherche verstehen

Eine passende Zielseite

Anderer Suchbedarf → anderes Cluster → andere Zielseite.

Mehrere sehr ähnliche Seiten können um dasselbe Thema konkurrieren oder klare Schwerpunkte erschweren. Das bedeutet nicht automatisch eine „Google-Strafe“. Prüfe vor einer neuen Seite, ob ein bestehender Inhalt die Aufgabe bereits sinnvoll übernimmt.

Keyword-Recherche in 8 Schritten

Keyword-Recherche in 8 Schritten
  1. 01Ziel klären
  2. 02Themenfelder
  3. 03Kundensprache
  4. 04Keyword-Ideen & Daten
  5. 05Bewerten
  6. 06Clustern
  7. 07Seiten zuordnen
  8. 08Priorisieren

1. Ziel klären

Willst du neue Leistungsseiten planen, bestehende Inhalte verbessern oder einen Content-Cluster entwickeln? Lege den Zweck zuerst fest. Marketingziele einfach erklärt hilft bei der Einordnung.

2. Themenfelder sammeln

Notiere die wichtigsten Themen deines Unternehmens. Bei Marketing-PRAKTIKERIN sind das etwa Marketing, SEO, Websites, Keyword-Recherche und KI-Sichtbarkeit. Das sind Ausgangspunkte, noch keine fertige Keyword-Strategie.

3. Begriffe aus Kundensicht sammeln

Ergänze Wörter, Fragen und Probleme aus echten Gesprächen. Übernimm nicht nur die interne Unternehmenssprache.

4. Keyword-Ideen mit Daten erweitern

Nutze passende Tools und dokumentiere Quelle, Region und Zeitraum. Tools liefern Input; die strategische Entscheidung treffen sie nicht.

5. Keywords bewerten

Prüfe Relevanz, Nachfrage, Intention, Geschäftswert und Umsetzbarkeit. Berücksichtige Entwicklung und regionale Besonderheiten, statt nur nach Suchvolumen zu sortieren.

6. Ähnliche Keywords clustern

Führe Begriffe mit gleichem oder sehr ähnlichem Suchbedarf zusammen. Vergleiche dazu die tatsächlichen Suchergebnisse.

7. Keywords Seiten zuordnen

Entscheide je Cluster: bestehende Seite nutzen, Inhalt verbessern, neue Seite erstellen oder das Thema vorerst nicht bearbeiten.

8. Prioritäten setzen

Beginne dort, wo Relevanz, erkennbarer Suchbedarf, Angebotsbezug und realistische Umsetzung zusammenpassen. Plane nicht hundert Seiten gleichzeitig.

Welche Tools eignen sich für die Keyword-Recherche?

Google Keyword-Planer

Bestandteil von Google Ads: Er liefert Keyword-Ideen, durchschnittliche monatliche Suchanfragen, regionale Einstellungen sowie Werbe- und Gebotsdaten. Er wurde für Suchanzeigen entwickelt, nicht als direkter Maßstab für organische Rankingchancen.

Quelle: Google Ads – Keyword-Planer

Bing Webmaster Tools – Keyword Research

Das Tool bietet Keyword-Ideen, Suchhäufigkeit und Entwicklungen sowie Filter für Länder, Sprachen und Geräte und verwandte Fragen. Seine Daten beziehen sich auf das Bing-/Microsoft-Suchumfeld, nicht auf die gesamte Internetnachfrage.

Quelle: Bing Webmaster Tools – Keyword Research

Google Trends

Geeignet für zeitliche Entwicklungen, saisonale Muster, regionale Unterschiede und verwandte Suchanfragen. Vergleiche Begriffe unter gleichen Einstellungen; die relative Skala ersetzt kein absolutes Suchvolumen.

Quelle: Google Trends – Häufig gestellte Fragen zu Trends-Daten

Google Search Console

Für bestehende Websites zeigt sie Suchanfragen, Impressionen, Klicks, CTR und durchschnittliche Position. Du siehst, wofür deine eigene Website bereits in Google erscheint – nicht die gesamte Nachfrage des Marktes. Aus Datenschutzgründen fehlen manche Suchanfragen; Berichte sind nicht immer vollständig.

Quelle: Google Search Console – Leistungsbericht

Ein einfaches Beispiel für eine Keyword-Recherche

Ein kleines Unternehmen bietet professionelle Website-Erstellung an. Aus dem Themenfeld „Website“ entstehen folgende mögliche Gruppen:

Anbieter gesucht
Website erstellen lassen, professionelle Website erstellen lassen, Firmenwebsite erstellen lassen → möglicherweise eine Leistungsseite.
Kosten verstehen
Website Kosten, was kostet eine Website, Kosten Firmenwebsite → möglicherweise ein eigenständiger Ratgeber, falls der Informationsbedarf klar abgegrenzt ist.
Selbst umsetzen
Website selber erstellen, Website erstellen Anleitung → anderer Suchbedarf, beispielsweise eine Anleitung.

Dieses Beispiel ist vereinfacht und enthält keine gemessenen Suchdaten. Die tatsächliche Zuordnung musst du anhand realer Daten und der Suchergebnisse prüfen.

Keyword-Recherche für kleine Unternehmen

Eine überschaubare Recherche zu den wichtigsten Leistungen ist oft ein sinnvoller Anfang. Konzentriere dich auf Themen, die du fachlich beantworten und mit deinen verfügbaren Ressourcen umsetzen kannst.

Lokale Unternehmen

Berücksichtige geografischen Kontext: „Fotograf Graz“, „Tischler Voitsberg“ oder „Steuerberater Steiermark“. Eine eigene Standortseite ist nur sinnvoll, wenn dort tatsächlich ein Angebot und eigenständiger lokaler Informationsbedarf bestehen. Erstelle keine massenhaften künstlichen Standortseiten.

Keyword-Recherche im B2B

Geringes Suchvolumen macht ein Thema nicht automatisch wirtschaftlich uninteressant. Spezifische Begriffe können wenige, aber passende Personen für komplexe oder hochpreisige Lösungen erreichen. Prüfe fachliche Probleme, Anwendungsfälle, Informationsphasen und die Sprache verschiedener Rollen.

Wie unterschiedliche Personen an Kaufentscheidungen beteiligt sind, erklärt die B2B-Zielgruppenanalyse und das Buying Center.

Kann KI bei einer Keyword-Recherche helfen?

Generative KI kann Formulierungen vorschlagen, Themen strukturieren, Listen gruppieren und Tabellen aufbereiten. Prüfe diese Vorschläge auf Relevanz und fachliche Richtigkeit.

KI unterstützt die Analyse – sie ersetzt nicht die Datengrundlage.

Suchvolumen, Trends, Klicks oder Impressionen dürfen nicht erfunden werden. Für solche Aussagen brauchst du tatsächliche Datenquellen.

Wie oft sollte eine Keyword-Recherche aktualisiert werden?

Viele grundlegende Themen bleiben lange stabil. Überprüfe die Recherche, wenn neue Leistungen hinzukommen, die Website neu aufgebaut wird, sich Kundensprache oder Markt verändern oder neue Leistungsdaten andere Chancen zeigen. Eine starre Frist ist dafür nicht sinnvoll.

Häufige Fehler bei der Keyword-Recherche

  • Nur nach Suchvolumen entscheiden
  • Werbewettbewerb mit organischer SEO-Schwierigkeit verwechseln
  • Für jede sprachliche Variante eine eigene Seite erstellen
  • Kundensprache ignorieren
  • Listen weder clustern noch konkreten Seiten zuordnen
  • Tool-Daten ohne Quelle, Zeitraum, Region und Methodik als exakte Wahrheit behandeln

Du möchtest deine Keyword-Recherche nicht selbst durchführen?

Ich unterstütze dich dabei, relevante Suchbegriffe zu recherchieren, sinnvoll zu clustern und den passenden Seiten deiner Website zuzuordnen.

Keyword-Recherche anfragen

Häufige Fragen zur Keyword-Recherche

Von Suchbegriffen zu einer klaren Website-Struktur

Das Ergebnis ist nicht bloß eine Liste: Es ist eine begründete Entscheidung darüber, welche Themen zusammengehören, welche Seiten sie beantworten und was du zuerst bearbeitest.

Quellen & weiterführende Informationen