Stell dir deine Website wie ein Gebäude vor. Jede Seite ist ein Raum. Gibt es zwischen diesen Räumen keine Türen, müssen Besucher:innen jedes Mal zurück zum Eingang, um den nächsten Raum zu finden. Ähnlich funktioniert eine Website ohne sinnvolle interne Verlinkung. Ein guter interner Link führt Menschen genau dann zu einer weiteren Seite, wenn diese zusätzliche Information hilfreich ist – und kann gleichzeitig Suchsystemen helfen, Seiten zu entdecken und Zusammenhänge innerhalb einer Website zu erkennen.
Von Tanja Dirnberger · Marketing-PRAKTIKERIN
Was ist interne Verlinkung?
Ein interner Link führt von einer Seite deiner Website zu einer anderen Seite derselben Website. Ein externer Link würde dagegen zu einer anderen Website führen – dieser Beitrag behandelt ausschließlich interne Links.
Beispiel: Du liest einen Beitrag über Onpage-SEO, dort wird die Suchintention erwähnt. Der Begriff „Suchintention“ führt auf Suchintention einfach erklärt. Das ist ein interner Link.
Warum sind interne Links wichtig?
Interne Links erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig.
- Für Besucher:innen
- Weiterführende Informationen finden, Zusammenhänge verstehen, durch die Website navigieren und den nächsten sinnvollen Inhalt entdecken.
- Für Suchsysteme
- Weitere URLs entdecken, Beziehungen zwischen Seiten erkennen und Themenstrukturen einer Website besser einordnen.
Google erklärt ausdrücklich, dass Links verwendet werden, um neue Seiten zum Crawlen zu finden, und empfiehlt: Jede wichtige Seite sollte von mindestens einer anderen Seite der eigenen Website verlinkt sein.
Quelle: Google Search Central – SEO-Link-Best-Practices für Google
Auch Bing nennt crawlbare interne Links als Möglichkeit, URLs zuverlässig zu entdecken.
Quelle: Microsoft Bing – Bing Webmaster Guidelines
Eine wichtige Seite sollte nicht wie eine Insel innerhalb der Website liegen.
Mit internen Links
- Übersichtsseite
- Vertiefung
- Verwandte Seite
- Nächste Vertiefung
Ohne interne Links
- Seite A
- Seite B
- Seite C
- verwaiste Seite
Inhalte werden leichter verständlich, wenn ihre Beziehungen sichtbar sind.
Welche Arten interner Links gibt es?
Nicht jeder interne Link erfüllt dieselbe Aufgabe.
Navigation
Die Hauptnavigation führt zu zentralen Bereichen einer Website – etwa Wissen, Leistungen, Über mich oder Kontakt. Sie sollte nicht jede einzelne Unterseite enthalten; ihre Aufgabe ist Orientierung.
Kontextuelle Links
Kontextuelle Links stehen direkt im Inhalt. Sie sind besonders hilfreich, weil sie genau in dem Moment weiterführen, in dem ein verwandtes Thema auftaucht.
Breadcrumbs
Breadcrumbs zeigen, wo sich eine Seite innerhalb der Website befindet – zum Beispiel: Startseite › SEO einfach erklärt › Interne Verlinkung einfach erklärt. Sie unterstützen die Orientierung und bieten zusätzliche interne Verbindungen.
Related Content / Beitragsvorschläge
Am Ende eines Inhalts können passende weiterführende Seiten angeboten werden, etwa unter „Vertiefe dein SEO-Wissen“. Zeige dabei nur wirklich verwandte Inhalte – keine zufälligen Beiträge, nur weil Platz vorhanden ist.
CTAs und Service-Links
Auch ein Call-to-Action verlinkt intern, etwa zum Marketing-Kompass, zum Klarheitscheck oder zur Leistungsseite. Entscheidend ist, dass der nächste Schritt zum Inhalt und zur Situation passt. Nicht jede Informationsseite muss permanent auf Leistungen verweisen.
Navigation
→ Hauptbereiche finden
Kontextlink
→ Thema vertiefen
Breadcrumb
→ Position verstehen
Related Content
→ sinnvoll weiterlesen
CTA
→ nächsten Schritt machen
Was ist ein guter Ankertext?
Der Ankertext – auch Anchor Text oder Linktext genannt – ist der sichtbare, anklickbare Text eines Links. Ein guter Ankertext ist verständlich, beschreibend, relativ kurz, passt zum Linkziel und ist natürlich in den Satz eingebunden.
Google empfiehlt beschreibende, prägnante und relevante Ankertexte.
Quelle: Google Search Central – SEO-Link-Best-Practices für Google
Auch aus Sicht der Barrierefreiheit sind verständliche Linktexte hilfreich: Das W3C empfiehlt Linktexte, aus denen Nutzer:innen den Zweck des Links erkennen können. Menschen mit Screenreader erfassen Links oft außerhalb des Fließtextes – „Hier klicken“ sagt dort nichts, „Keyword-Recherche einfach erklärt“ schon.
Quelle: W3C Web Accessibility Initiative – Understanding Link Purpose (In Context)
Schwach
- „Hier klicken“
- „Mehr“
- „Weiterlesen“
Besser
- „Keyword-Recherche einfach erklärt“
- „Technisches SEO verstehen“
- „Zielgruppenanalyse durchführen“
Der Linktext soll Erwartungen setzen – nicht Keywords sammeln.
Muss der Ankertext das Keyword enthalten?
Nein, nicht zwangsläufig. Der Linktext sollte vor allem klar machen, wohin der Link führt. Wird auf „Keyword-Recherche einfach erklärt“ verlinkt, passen je nach Satz etwa „Keyword-Recherche“, „passende Keywords recherchieren“ oder der vollständige Titel. Nicht nötig ist eine Aneinanderreihung wie „Keyword Recherche SEO Keywords Suchbegriffe finden“. Google rät ausdrücklich davon ab, Linktexte mit Keywords zu überladen.
Quelle: Google Search Central – SEO-Link-Best-Practices für Google
Kontextuelle Links im Fließtext
Kontextuelle Links gehören dorthin, wo ein verwandtes Thema tatsächlich auftaucht. Auf einer Seite über Onpage-SEO steht etwa: „Bevor eine Seite optimiert wird, sollte klar sein, welche Suchintention sie erfüllen soll.“ Dann ist „Suchintention“ ein natürlicher interner Link.
Nicht notwendig wäre dagegen, am Ende desselben Satzes zusätzlich fünf SEO-Seiten zu verlinken, die für diesen Gedanken keine Rolle spielen.
Ein interner Link ist dann besonders sinnvoll, wenn die Zielseite die aktuelle Frage logisch vertieft.
Übersichtsseiten und Content Cluster sinnvoll verbinden
Marketing-PRAKTIKERIN arbeitet mit großen Übersichtsseiten und vertiefenden Wissensseiten. Der SEO-Bereich dient hier als praktisches Beispiel: SEO einfach erklärt gibt den Überblick, darunter folgen Keyword-Recherche, Suchintention, Onpage-SEO, technisches SEO und interne Verlinkung.
- Übersicht → Vertiefung
- Die Übersichtsseite führt zu den Vertiefungen.
- Vertiefung → Übersicht
- Jede Vertiefung bietet Orientierung zurück zum übergeordneten Thema.
- Vertiefung → Vertiefung
- Nur wenn ein echter fachlicher Zusammenhang besteht – etwa Keyword-Recherche → Suchintention.
↕ Übersicht ↔ jede Vertiefung
- Keyword-Recherche
- Suchintention
- Onpage-SEO
- Technisches SEO
- Interne Verlinkung
Wenige, sinnvolle Querlinks
- Keyword-Recherche → Suchintention
- Onpage-SEO → Suchintention
- Technisches SEO → Interne Verlinkung (crawlbare Links)
Nicht jede Seite mit jeder Seite verbinden.
Muss jede Vertiefung zurück zur Übersicht verlinken? Bei einer klaren Struktur: grundsätzlich ja – über Breadcrumb, Kontextlink oder Related Content. Derselbe Link muss aber nicht dreimal in wenigen Absätzen stehen; eine sinnvolle Verbindung reicht.
Wie Themen überhaupt zu Gruppen zusammengefasst und Seiten zugeordnet werden, erklärt Keyword-Recherche einfach erklärt.
Welche Seiten sollten mehr interne Links bekommen?
Nicht jede Seite ist gleich wichtig. Zentrale Aufgaben erfüllen etwa wichtige Leistungsseiten, große Übersichtsseiten, besonders relevante Ratgeber oder strategische Kategorieseiten. Sie sollten innerhalb der Website gut auffindbar sein.
Das bedeutet nicht, möglichst viele künstliche Links auf diese Seiten zu setzen. Besser fragst du: Wo entsteht ein echter Zusammenhang? Wo ist diese Seite ein sinnvoller nächster Schritt? Wo hilft sie weiter?
Interne Verlinkung macht Prioritäten sichtbar – ohne den Lesefluss künstlich zu manipulieren.
Was sind verwaiste Seiten?
Eine verwaiste Seite („Orphan Page“) ist eine Seite, auf die keine oder kaum reguläre interne Links führen. Sie kann über eine Sitemap, einen externen Link oder die direkte URL auffindbar sein – innerhalb der normalen Website-Struktur ist sie aber kaum erreichbar. Für wichtige Inhalte ist das problematisch.
Beispiel: Du veröffentlichst „Technisches SEO einfach erklärt“, verlinkst aber weder von „SEO einfach erklärt“ noch von „Onpage-SEO“ oder einer Übersicht darauf. Dann ist der neue Inhalt schlecht eingebunden.
Quelle: Google Search Central – SEO-Link-Best-Practices für Google
Wichtiger Inhalt ohne internen Zugang.
Sinnvoll eingebunden.
Wie viele interne Links sind sinnvoll?
Es gibt keine allgemein gültige ideale Anzahl – Google nennt ausdrücklich keine magische Zahl. Die bessere Frage lautet: Welche Links helfen Menschen an dieser Stelle tatsächlich weiter?
Quelle: Google Search Central – SEO-Link-Best-Practices für Google
Eine lange Übersichtsseite kann mehr sinnvolle Links enthalten als ein kurzer Ratgeber. Eine Seite sollte aber nicht wie eine Linksammlung wirken: Zu viele Links lenken vom Inhalt ab, erschweren die Orientierung und machen wichtige Links weniger deutlich.
So viele wie sinnvoll. Nicht so viele wie möglich.
Wohin sollte eine neue Seite verlinkt werden?
Überlege die interne Verlinkung direkt beim Veröffentlichen – nicht erst Monate später.
- 1. Zur Übersicht
- Welcher übergeordnete Wissensbereich gehört dazu?
- 2. Von der Übersicht
- Soll die neue Seite dort als Vertiefung aufgenommen werden?
- 3. Zu verwandten Seiten
- Welche bestehenden Inhalte werden sinnvoll ergänzt?
- 4. Von verwandten Seiten
- Welche bestehenden Seiten sollten auf die neue Seite verweisen?
- 5. Related Content
- Passt die neue Seite in bestehende Beitragsvorschläge?
Wichtig: Die neue Seite sollte nicht nur selbst Links setzen – sie braucht auch passende eingehende interne Links.
Interne Verlinkung in 7 Schritten
- 1Wichtige Seiten
- 2Themen ordnen
- 3Übersicht verbinden
- 4Passende Querlinks
- 5Gute Ankertexte
- 6Verwaiste Seiten prüfen
- 7Neue Inhalte einbauen
Schritt 1 – wichtige Seiten bestimmen
Welche Seiten sind für dein Angebot und deine Wissensstruktur besonders wichtig?
Schritt 2 – Seiten thematisch ordnen
Welche Inhalte gehören fachlich zusammen?
Schritt 3 – Übersicht und Vertiefungen verbinden
Übergeordnete Seite → Detailseiten und Detailseiten → übergeordnete Seite.
Schritt 4 – passende Querverbindungen setzen
Nur zwischen Seiten mit echtem Zusammenhang.
Schritt 5 – beschreibende Ankertexte verwenden
Nicht „hier klicken“ – das Linkziel soll erkennbar sein.
Schritt 6 – verwaiste Seiten suchen
Prüfe, ob wichtige Seiten innerhalb der Website überhaupt verlinkt sind.
Schritt 7 – bei neuen Inhalten bestehende Seiten aktualisieren
Eine neue Seite erzeugt oft neue sinnvolle Links in bereits bestehenden Inhalten. Interne Verlinkung ist deshalb keine einmalige Aufgabe.
Wie prüfst du bestehende interne Links?
Kein vollständiger SEO-Audit – ein einfacher, praktischer Check. Für eine wichtige Seite fragst du:
- Von welchen Seiten wird sie intern verlinkt?
- Sind diese Links fachlich sinnvoll?
- Ist der Linktext verständlich?
- Gibt es veraltete oder falsche Ziel-URLs?
- Zeigen Links auf Weiterleitungen statt direkt auf die aktuelle Adresse?
- Fehlen wichtige verwandte Seiten?
- Ist die Seite über die normale Website-Struktur erreichbar?
Für die gesamte Website:
- Gibt es wichtige Seiten ohne interne Links?
- Gibt es Seiten mit extrem vielen unstrukturierten Links?
- Sind neue Inhalte in Übersicht und Related Content aufgenommen?
- Funktionieren Links auf Desktop und Mobilgeräten?
Interne Links auf Mobilgeräten
- ausreichend große Klickflächen
- keine dicht an dicht stehenden Textlinks
- verständliche Navigation
- keine abgeschnittenen Linktexte
- wichtige Inhalte auch in der mobilen Navigation bzw. Seitenstruktur erreichbar
Häufige Fehler bei interner Verlinkung
- Neue Seiten veröffentlichen und nirgends verlinken: Wichtige Inhalte gehören in die bestehende Struktur.
- Jede Seite mit jeder anderen verbinden: Mehr Links bedeuten nicht automatisch bessere Orientierung.
- Immer „hier klicken“ verwenden: Der Linktext sollte das Ziel beschreiben.
- Ankertexte mit Keywords überladen: Interne Links sollen natürlich lesbar bleiben.
- Nur von Vertiefungen zur Übersicht verlinken: Die Übersicht sollte ihre Vertiefungen ebenfalls zugänglich machen.
- Nur am Seitenende verlinken: Kontextlinks helfen genau dort, wo ein verwandtes Thema erwähnt wird.
- Interne Links nur für SEO setzen: Jeder Link braucht für Menschen einen nachvollziehbaren Zweck.
Alte Links nach URL-Änderungen vergessen: Nach Relaunches sollten interne Links direkt auf die aktuelle Ziel-URL zeigen statt dauerhaft über unnötige Weiterleitungen. Was dabei technisch passiert, erklärt Technisches SEO einfach erklärt.
Häufige Fragen zur internen Verlinkung
Aus einzelnen Seiten wird eine zusammenhängende Website
Interne Verlinkung ist keine Aufgabe, bei der möglichst viele Links verteilt werden. Eine gute interne Linkstruktur beantwortet drei einfache Fragen: Welche Inhalte gehören zusammen? Welche Seite vertieft den aktuellen Gedanken? Und welcher nächste Schritt hilft der Person, die gerade liest? Wenn diese Beziehungen klar sind, entsteht aus einzelnen Seiten eine zusammenhängende Website – das hilft Menschen bei der Orientierung und erleichtert Suchsystemen, die Struktur deiner Inhalte zu erkennen.

