Eine Website kann an vielen Stellen verbessert werden. Vielleicht gibt es technische Probleme, vielleicht behandeln mehrere Seiten fast dasselbe Thema, vielleicht fehlen wichtige interne Links – oder eine Seite wird zwar gefunden, erfüllt aber nicht mehr die Erwartungen der Menschen, die danach suchen. Wer ohne System irgendwo mit der Optimierung beginnt, investiert schnell viel Zeit in kleine Details, während wichtigere Probleme bestehen bleiben. Ein SEO-Audit soll genau das verhindern.
Von Tanja Dirnberger · Marketing-PRAKTIKERIN
Was ist ein SEO-Audit?
Ein SEO-Audit ist eine strukturierte Bestandsaufnahme einer Website aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung. Relevante Bereiche werden überprüft und anschließend bewertet: Was funktioniert? Wo gibt es Probleme? Welche Seiten sind betroffen? Wie relevant ist das Problem, welche Maßnahme ist sinnvoll und wie dringend ist sie? Das Ergebnis ist kein langer Fehlerbericht, sondern eine Entscheidungsgrundlage.
Audit bedeutet nicht: „Alles finden, was theoretisch verbessert werden könnte.“ Sondern: „Die Probleme finden, die für diese Website tatsächlich relevant sind.“
1.Finden
Was fällt auf?
2.Bewerten
Ist es wirklich ein Problem?
3.Priorisieren
Was sollte zuerst erledigt werden?
Nicht jede Auffälligkeit braucht sofort eine Maßnahme.
Was ein SEO-Audit nicht ist
Ein SEO-Audit ist nicht nur ein automatischer Tool-Report, nicht nur eine technische Prüfung oder Keyword-Liste, keine Garantie für bessere Rankings, keine möglichst lange Fehlerliste und kein einmaliger „SEO erledigt“-Moment.
Ein automatischer Scan kann sehr hilfreich sein: Er findet etwa fehlende Elemente, technische Fehler, Weiterleitungen, nicht erreichbare URLs oder bestimmte HTML-Probleme. Er kann aber nicht immer beurteilen, ob eine Seite geschäftlich wichtig ist, ob der Inhalt zur Zielgruppe passt, ob die Suchintention erfüllt wird, ob zwei Seiten tatsächlich dasselbe Thema besitzen oder welche Maßnahme für das Unternehmen Priorität hat.
Tools finden Auffälligkeiten. Menschen müssen sie einordnen.
Wann ist ein SEO-Audit sinnvoll?
- Vor und nach einem Website-Relaunch
- Wenn die organische Sichtbarkeit deutlich zurückgeht oder wichtige Seiten nicht gefunden werden
- Wenn eine Website über Jahre gewachsen ist oder viele neue Inhalte entstanden sind
- Wenn sich Angebot oder Positionierung verändert haben
- Wenn unklar ist, welche SEO-Maßnahmen zuerst umgesetzt werden sollten – etwa bevor größere SEO-Arbeiten starten
Auch eine scheinbar funktionierende Website kann von einem Audit profitieren. Vollständige Audits ständig zu wiederholen, nur um Aktivität zu erzeugen, bringt dagegen wenig.
Was solltest du vor dem Audit klären?
Bevor ein Tool geöffnet wird, lohnt es sich, drei Dinge festzulegen.
1. Ziel des Audits
Warum wird die Website geprüft? Zum Beispiel: „Wir möchten verstehen, warum wichtige Leistungsseiten kaum sichtbar sind.“, „Nach dem Relaunch möchten wir prüfen, ob wichtige URLs korrekt übernommen wurden.“ oder „Wir möchten technische Probleme vor dem Content-Ausbau beseitigen.“ Je klarer das Ziel, desto besser lässt sich das Audit eingrenzen.
2. Umfang
Bei einer kleinen Website kann fast jede relevante Seite betrachtet werden. Bei sehr großen Websites arbeitet man häufig mit Seitentypen, Verzeichnissen, Kategorien und repräsentativen Stichproben. Die geschäftlich wichtigsten Seiten dürfen dabei nicht übersehen werden.
3. Ausgangslage
Vor Änderungen festhalten: welche wichtigen Seiten existieren, welche bereits sichtbar sind und Traffic erhalten, welche technischen Probleme bekannt sind, ob kürzlich ein Relaunch oder Domainwechsel stattgefunden hat und welche Geschäftsziele relevant sind. Sonst lässt sich später schwer beurteilen, was sich tatsächlich verändert hat.
Warum?
Was wollen wir herausfinden?
Was?
Welche Bereiche und Seiten prüfen wir?
Ausgangslage?
Was wissen wir bereits?
Erst danach beginnt die Detailanalyse.
Welche Daten brauchst du für einen SEO-Audit?
Nicht mit Tools beginnen, sondern mit Daten. Je nach Website können hilfreich sein:
- Google Search Console
- Indexierungsinformationen, einzelne URLs, Suchanfragen, Klicks, Impressionen, Core Web Vitals, Links.
- Bing Webmaster Tools
- URL-Status, Site Explorer, Site Scan, Suchperformance, Backlinks.
- Website / CMS
- Veröffentlichte URLs, Seitentypen, Weiterleitungen, Metadaten, technische Einstellungen.
- Webanalyse
- Website-Nutzung, Conversions, wichtige Einstiegsseiten.
Ein SEO-Audit sollte nicht ausschließlich auf Rankingdaten basieren.
Welche Bereiche werden bei einem SEO-Audit geprüft?
Bei Marketing-PRAKTIKERIN arbeiten wir mit sieben Prüfbereichen. Die Fachthemen dahinter werden hier nicht erneut erklärt – dafür gibt es jeweils eine eigene Vertiefung, auf die in den einzelnen Abschnitten verwiesen wird.
- 1Technik
- 2Onpage & Intention
- 3Inhalte
- 4Interne Links
- 5Offpage & Backlinks
- 6Local SEOwenn relevant
- 7Daten
Prüffelder – keine Rankingfaktoren.
1. Technische SEO-Prüfung
Mögliche Audit-Fragen:
- Sind wichtige Seiten erreichbar und indexierbar – und werden sie tatsächlich indexiert?
- Gibt es versehentliche noindex-Einstellungen, oder blockiert die robots.txt wichtige Inhalte?
- Enthält die Sitemap sinnvolle Ziel-URLs? Gibt es problematische Canonical-Angaben?
- Funktionieren wichtige Weiterleitungen, gibt es unnötige Weiterleitungsketten?
- Treten 4xx- oder 5xx-Fehler bei wichtigen URLs auf? Funktioniert HTTPS konsistent?
- Sind wichtige Inhalte mobil verfügbar? Gibt es deutliche Performance-Probleme oder fehlerhafte strukturierte Daten?
Was hinter diesen Begriffen steckt, erklärt Technisches SEO einfach erklärt.
Nicht jede nicht indexierte URL ist ein Fehler
Die Google Search Console kann viele nicht indexierte URLs anzeigen. Google weist selbst darauf hin, dass „nicht indexiert“ nicht automatisch bedeutet, dass etwas falsch ist. Eine alte weitergeleitete URL muss nicht indexiert sein, eine Login-Seite ebenso wenig, und eine bewusst kanonisierte URL nicht unbedingt als eigenständige Version.
Die entscheidende Audit-Frage lautet: „Soll diese konkrete URL indexiert werden?“
Quelle: Google Search Console-Hilfe – Bericht zur Seitenindexierung
2. Onpage und Suchintention prüfen
- Besitzt jede wichtige URL ein klares Hauptthema – und passt sie zur wahrscheinlichen Suchintention?
- Beschreibt der SEO Title den Inhalt? Ist die H1 eindeutig, bilden H2 und H3 eine nachvollziehbare Struktur?
- Passt die Meta Description zum Seiteninhalt? Ist die URL verständlich?
- Entspricht der sichtbare Inhalt dem angekündigten Thema? Gibt es veraltete Aussagen?
- Besitzt die Seite einen sinnvollen nächsten Schritt?
Details dazu in Onpage-SEO einfach erklärt und Suchintention einfach erklärt.
3. Inhalte und Themenstruktur prüfen
Hier geht es nicht darum, wie man SEO-Content schreibt, sondern ob die Website eine klare Themenstruktur besitzt.
- Gibt es wichtige Themen ohne passende Seite?
- Gibt es mehrere Seiten mit fast identischer Aufgabe – oder Inhalte, die sinnvoll zusammengeführt werden könnten?
- Behandeln alte Seiten Themen, die nicht mehr zum Unternehmen passen? Gibt es sehr dünne Seiten ohne klaren Zweck?
- Existieren wichtige Inhalte nur als Blogbeitrag, obwohl eine dauerhafte Wissens- oder Leistungsseite sinnvoller wäre?
- Besitzt jede wichtige URL einen klaren Themenbesitz?
Thematische Überschneidung ist nicht automatisch Kannibalisierung
Mehrere Seiten dürfen dasselbe Oberthema berühren. „SEO einfach erklärt“, „Onpage-SEO einfach erklärt“ und „Technisches SEO einfach erklärt“ behandeln alle SEO – und haben trotzdem unterschiedliche Aufgaben. Problematisch wird es erst, wenn mehrere URLs praktisch dieselbe Suchabsicht und denselben Seitenzweck übernehmen.
Die Audit-Frage lautet deshalb nicht „Kommt dasselbe Keyword auf mehreren Seiten vor?“, sondern „Konkurrieren diese Seiten tatsächlich um dieselbe Aufgabe?“. Hilfreich sind dabei Keyword-Recherche einfach erklärt und Suchintention einfach erklärt.
4. Interne Verlinkung prüfen
- Sind alle wichtigen Seiten intern erreichbar? Gibt es wichtige verwaiste Seiten?
- Verweist die Übersichtsseite auf ihre relevanten Vertiefungen, und verlinken diese sinnvoll zurück?
- Gibt es sinnvolle Querverbindungen zwischen verwandten Themen? Sind Linktexte verständlich?
- Gibt es interne Links auf gelöschte URLs oder unnötig über Weiterleitungen?
- Sind neue Inhalte in bestehende Themenbereiche eingebunden – und funktioniert die Linkstruktur auch mobil?
Vertiefung: Interne Verlinkung einfach erklärt.
5. Offpage und Backlinks prüfen
- Welche Websites verlinken auf wichtige Inhalte, welche Seiten erhalten besonders viele externe Links?
- Gibt es relevante Fach- oder Branchenquellen?
- Gibt es auffällige selbst aufgebaute Linkmuster oder bekannte problematische Linkbuilding-Maßnahmen aus der Vergangenheit?
- Bestehen wichtige Unternehmensprofile noch, und sind externe Unternehmensinformationen aktuell?
- Entstehen Besucher:innen über relevante externe Links?
Nicht jeder unbekannte Backlink ist ein Problem – und Disavow ist keine automatische Empfehlung.
Mehr dazu in Offpage-SEO einfach erklärt und Backlinks einfach erklärt.
6. Local SEO prüfen – wenn relevant
Dieser Bereich ist nicht für jedes Unternehmen erforderlich. Wenn lokale Auffindbarkeit relevant ist:
- Ist das Google-Unternehmensprofil korrekt – Name, Adresse, Kontakt, Unternehmensform und Öffnungszeiten?
- Passen Website und Unternehmensprofil zusammen? Sind echte Standorte korrekt dargestellt?
- Existieren künstliche oder nahezu identische Ortsseiten?
- Werden Bewertungen professionell betreut, und sind wichtige Unternehmensprofile aktuell?
Details: Local SEO einfach erklärt.
7. Daten und Ergebnisse prüfen
- Welche Seiten erhalten organische Impressionen und Klicks, welche Suchanfragen führen zu wichtigen Seiten?
- Haben wichtige Seiten überhaupt Sichtbarkeit?
- Gibt es deutliche Veränderungen gegenüber einem sinnvollen Vergleichszeitraum?
- Gibt es Seiten mit vielen Impressionen, aber kaum Klicks?
- Führen organische Besucher:innen zu gewünschten Handlungen?
Die Google Search Console stellt dafür unter anderem Impressionen, Klicks, CTR und durchschnittliche Position zur Verfügung. Im Audit dienen sie als Einstieg.
Wie du diese Werte ausführlich einordnest, erklärt SEO-Erfolg messen.
Quelle: Google Search Console-Hilfe – Leistungsbericht (Suche)
Nicht jede Tool-Warnung braucht eine Maßnahme
Meldet ein Tool „Meta Description fehlt“, bedeutet das zunächst nur: Es wurde keine gefunden. Das Audit beurteilt anschließend: Welche Seite ist betroffen, ist sie wichtig, hat sie organisches Potenzial, erzeugt Google bereits ein sinnvolles Snippet – und gibt es wichtigere Probleme?
Meldet ein Tool eine 404-Seite, lautet die Frage: Soll diese URL noch existieren? Wenn nein und kein passender Nachfolger vorhanden ist, kann ein 404-Status vollkommen korrekt sein.
Ein technischer Hinweis ist eine Beobachtung. Noch keine Priorität.
Tool meldet
Eine Auffälligkeit wird angezeigt.
Prüfen
Ist die Seite wichtig?
Bewerten
Beeinträchtigt das Problem Nutzer:innen oder Suchsysteme?
Entscheiden
Beheben, beobachten oder bewusst nichts tun.
Ein Audit braucht Kontext.
Wie priorisierst du SEO-Probleme?
Ein Audit wird erst wertvoll, wenn die Ergebnisse priorisiert werden. Vier Fragen helfen dabei:
- Auswirkung
- Hoch: wichtige Seiten sind nicht erreichbar oder indexierbar. Mittel: mehrere relevante Seiten haben vermeidbare Schwächen. Niedrig: kleine Optimierung ohne erkennbare größere Auswirkung.
- Reichweite
- Betrifft es eine einzelne unwichtige URL, mehrere wichtige Seiten, einen ganzen Seitentyp oder die gesamte Website?
- Aufwand
- Schnell lösbar, mittlerer Aufwand oder größerer technischer bzw. redaktioneller Aufwand?
- Geschäftliche Bedeutung
- Zentrale Leistungs- oder Produktseiten, Übersichtsseiten, relevante Standorte – oder eine wenig bedeutende Archivseite?
Priorität entsteht nicht aus „Wie rot ist der Fehler im Tool?“, sondern aus Auswirkung + Umfang + geschäftlicher Bedeutung + Aufwand.
Hohe Auswirkung + geringer Aufwand
→ zuerst prüfen / umsetzen
Hohe Auswirkung + hoher Aufwand
→ planen
Niedrige Auswirkung + geringer Aufwand
→ später / bei Gelegenheit
Niedrige Auswirkung + hoher Aufwand
→ kritisch hinterfragen
Geschäftliche Bedeutung immer mitdenken.
Priorität 1 – zuerst erledigen
Probleme mit hoher Bedeutung: eine wichtige Seite ist nicht indexierbar, massive Weiterleitungsfehler nach einem Relaunch, falsche Canonical-Angaben bei zentralen Seiten, wichtige Inhalte mobil nicht verfügbar.
Priorität 2 – danach verbessern
Relevante Optimierungen ohne unmittelbare Blockade: schwache interne Verbindung eines wichtigen Themenbereichs, mehrere Seiten mit unklarer Abgrenzung, deutlich veraltete Inhalte, nicht optimal formulierte Seitenelemente.
Priorität 3 – beobachten oder später bearbeiten
Kleine Verbesserungen mit geringer aktueller Auswirkung. Nicht jede Kleinigkeit muss sofort erledigt werden.
Wie sieht ein guter SEO-Audit-Bericht aus?
Ein 150-Seiten-Dokument ist nicht nötig. Für jedes Problem genügt es, festzuhalten: Bereich, betroffene URL bzw. Seitentyp, Beobachtung, Beleg (woher stammt die Information?), Auswirkung, empfohlene Maßnahme, Priorität (hoch/mittel/niedrig), Aufwand (klein/mittel/groß) und Status (offen/geplant/in Arbeit/erledigt).
- Bereich
- Technisches SEO
- URL
- /seo-beratung
- Beobachtung
- Seite ist versehentlich auf noindex gesetzt.
- Auswirkung
- Die wichtige Leistungsseite kann nicht regulär in Google indexiert werden.
- Maßnahme
- noindex-Einstellung prüfen und entfernen, sofern die Seite indexiert werden soll.
- Priorität
- hoch
- Aufwand
- klein
- Status
- offen
SEO-Audit in 9 Schritten
- 1Ziel
- 2Wichtige Seiten
- 3Daten sichern
- 4Technik
- 5Inhalte
- 6Struktur
- 7Externe / lokale Signale
- 8Priorisieren
- 9Maßnahmenplan
Schritt 1 – Audit-Ziel festlegen
Warum wird geprüft?
Schritt 2 – Website und wichtige Seiten erfassen
Welche Leistungen, Produkte, Übersichtsseiten, Standorte und Ratgeberinhalte sind geschäftlich besonders relevant?
Schritt 3 – Daten sichern
Vor Veränderungen relevante Ausgangsdaten dokumentieren.
Schritt 4 – technische Grundlage prüfen
Erreichbarkeit, Indexierbarkeit, technische Fehler und Performance untersuchen – siehe Technisches SEO einfach erklärt.
Schritt 5 – wichtige Seiten inhaltlich prüfen
Thema, Suchintention, Onpage-Struktur und Aktualität betrachten – siehe Onpage-SEO und Suchintention.
Schritt 6 – Website-Struktur prüfen
Thematische Überschneidungen und interne Verlinkung analysieren.
Schritt 7 – externe und lokale Signale prüfen
Nur soweit sie für das jeweilige Unternehmen relevant sind.
Schritt 8 – Probleme bewerten und priorisieren
Nicht nach Tool-Farbe, sondern nach tatsächlicher Bedeutung.
Schritt 9 – Maßnahmenplan erstellen
Aus jedem wichtigen Problem wird eine konkrete Aufgabe. Nicht „SEO verbessern“, sondern etwa „noindex auf den drei betroffenen Leistungsseiten prüfen und entfernen“ oder „die SEO-Übersichtsseite mit den vier veröffentlichten Vertiefungen intern verbinden“.
Welche Tools helfen bei einem SEO-Audit?
Keine riesige Tool-Liste: Offizielle Werkzeuge und das eigene Website-System decken bei vielen Websites bereits das Wichtigste ab.
Google Search Console
Hilfreich für URL-Prüfung, Indexierung, Sitemaps, Suchperformance, Core Web Vitals sowie interne und externe Links. Das URL-Prüftool zeigt, was Google über eine bestimmte URL weiß, und ermöglicht zusätzlich einen Live-Test.
Quelle: Google Search Console-Hilfe – URL-Prüftool – einzelne Seite prüfen
Im Audit lohnt es sich, drei Ebenen zu unterscheiden: Website-Ebene (gibt es größere Muster?), Seiten-Ebene (was passiert mit einer konkreten wichtigen URL?) und Such-Ebene (für welche Suchanfragen entsteht bereits Sichtbarkeit?). Besonders wichtige Seiten zusätzlich einzeln mit dem URL-Prüftool kontrollieren – statt nur Warnungen abzuschreiben.
Bing Webmaster Tools
Bing bietet unter anderem Site Explorer, URL Inspection, Site Scan, Search Performance und Backlinks. Site Scan ist ein On-Demand-Site-Audit, das eine Website crawlt und auf häufige SEO-Probleme prüft.
Quelle: Bing Webmaster Tools – Webmaster-Tools: Site Scan, URL Inspection und Site Explorer
PageSpeed / Lighthouse
Für Performance und technische Qualität können browserbasierte Prüfungen mit Lighthouse hilfreich sein. Auch hier gilt: Ein automatisierter Score ist kein vollständiges SEO-Audit, sondern eine Diagnosequelle.
Quelle: Chrome for Developers – Lighthouse – Überblick
Performance richtig einordnen
Der Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console basiert auf realen Nutzungsdaten. Prüfe: Gibt es deutliche Probleme auf mobilen Geräten? Betreffen sie einzelne oder viele URLs? Handelt es sich um reale Felddaten oder nur einen Labortest? Sind wichtige Seitentypen tatsächlich beeinträchtigt?
Quelle: Google Search Console-Hilfe – Core Web Vitals-Bericht
Das eigene CMS
Viele wichtige Punkte sind direkt im Website-System erkennbar: noindex, Canonical, Weiterleitungen, Seitentitel, interne Links und veröffentlichte Seiten. Nicht für jede kleine Prüfung braucht es ein zusätzliches kostenpflichtiges Tool.
Muss jede einzelne Seite geprüft werden?
Nein. Der Umfang hängt von Größe der Website, Seitentypen, Geschäftsrelevanz, Problemstellung und Audit-Ziel ab. Bei einer kleinen Website ist eine vollständige Prüfung realistischer; bei großen Websites wird mit Templates, Seitentypen, Verzeichnissen und Stichproben gearbeitet. Zentrale Geschäftsseiten immer gesondert betrachten – eine Stichprobe darf nicht dazu führen, dass die wichtigsten URLs nie geprüft werden.
Wie oft sollte ein SEO-Audit durchgeführt werden?
Es gibt keine starre Regel wie „jeden Monat“ oder „einmal pro Jahr“. Ein Audit sollte an tatsächliche Veränderungen und Risiken gekoppelt sein: nach größeren Website-Änderungen, vor bzw. nach Relaunches, bei deutlichen Sichtbarkeitsproblemen, nach starkem Content-Wachstum, bei strukturellen Veränderungen oder wenn längere Zeit keine systematische Prüfung stattgefunden hat. Dazwischen können wichtige Kennzahlen und technische Probleme laufend beobachtet werden.
Was solltest du nach dem Audit tun?
- Priorität-1-Probleme umsetzen
- Änderungen dokumentieren
- Bei technischen Problemen überprüfen, ob sie behoben wurden
- Ausreichend Zeit für Verarbeitung und neue Daten lassen
- Auswirkungen beobachten
- Anschließend die nächste Prioritätsgruppe bearbeiten
Nicht zehn große SEO-Bereiche gleichzeitig verändern und anschließend versuchen herauszufinden, welche Maßnahme welche Wirkung hatte.
Häufige Fehler bei SEO-Audits
- Tool-Score mit SEO-Erfolg verwechseln: Ein hoher Score garantiert weder Sichtbarkeit noch Geschäftserfolg.
- Jede Warnung reparieren: Nicht jede technische Auffälligkeit ist für die konkrete Website relevant.
- „Nicht indexiert“ automatisch als Fehler ansehen: Zuerst prüfen, ob die Seite überhaupt indexiert werden soll.
- Nur technische Probleme suchen: Inhalte, Suchintention und Struktur gehören dazu.
- Alles gleich priorisieren: Ein fehlender Alt-Text auf einem dekorativen Bild wiegt nicht so schwer wie noindex auf einer zentralen Leistungsseite.
- Nur Rankings betrachten: Rankings allein zeigen nicht, ob SEO die Unternehmensziele unterstützt.
- Themenüberschneidung sofort als Kannibalisierung bezeichnen: Erst prüfen, ob die Seiten dieselbe Aufgabe besitzen.
- Maßnahmen ohne Ausgangsdaten umsetzen: Ohne Dokumentation lässt sich die Entwicklung schlecht beurteilen.
- Audit erstellen und danach nichts tun: Ohne konkreten Maßnahmenplan hat ein Audit wenig praktischen Wert.
Häufige Fragen zum SEO-Audit
Ein guter Audit endet mit einem Plan
Ein SEO-Audit ist keine Jagd nach möglichst vielen Fehlern. Die wichtigste Frage lautet nicht „Was kann man alles optimieren?“, sondern „Was hindert diese Website aktuell daran, ihre wichtigsten Aufgaben möglichst gut zu erfüllen?“. Ein guter Audit macht aus vielen möglichen Auffälligkeiten wenige klare Entscheidungen: was funktioniert, was tatsächlich problematisch ist, welche Seiten betroffen sind und welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden sollten. Genau deshalb endet ein guter SEO-Audit nicht mit einer Analyse – sondern mit einem Plan.
Quellen & weiterführende Informationen
- Google Search Console-Hilfe: URL-Prüftool – einzelne Seite prüfen
- Google Search Console-Hilfe: Bericht zur Seitenindexierung
- Google Search Console-Hilfe: Leistungsbericht (Suche)
- Google Search Console-Hilfe: Core Web Vitals-Bericht
- Bing Webmaster Tools: Webmaster-Tools: Site Scan, URL Inspection und Site Explorer
- Chrome for Developers: Lighthouse – Überblick

