Menschen suchen Informationen nicht mehr nur über klassische Suchergebnisse. Sie stellen Fragen an ChatGPT, nutzen Googles generative Suchfunktionen, Microsoft Copilot oder andere KI-gestützte Such- und Antwortsysteme. Diese Systeme können Informationen aus verschiedenen Quellen suchen, auswählen, zusammenführen und direkt in einer Antwort darstellen.
Für Unternehmen entsteht dadurch eine neue Frage: Wie müssen Website, Inhalte und öffentliche Informationen aufgebaut sein, damit sie auch in dieser Form der Suche auffindbar, verständlich und relevant sein können? Genau damit beschäftigt sich GEO – Generative Engine Optimization.
Von Tanja Dirnberger · Marketing-PRAKTIKERIN
Suchmaschinen funktionierten lange nach einem vertrauten Prinzip: Du gibst eine Suchanfrage ein, erhältst eine Liste von Ergebnissen und entscheidest, welche Website du besuchst. Generative Systeme verändern diesen Ablauf. Websites verschwinden dadurch nicht, aber ihre Rolle kann sich verändern. Ein Inhalt kann als Quelle erscheinen, zitiert werden, als weiterführender Link auftauchen, Informationen für eine Antwort liefern – oder überhaupt nicht berücksichtigt werden.
Was ist GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization – sinngemäß: Optimierung für generative Such- und Antwortsysteme. Der Begriff beschreibt Maßnahmen und Überlegungen, mit denen Inhalte so gestaltet und bereitgestellt werden, dass sie in solchen Systemen gefunden, verstanden, abgerufen, verwendet oder als Quelle sichtbar gemacht werden können.
Es gibt keine Garantie, dass eine bestimmte Website ausgewählt, zitiert, erwähnt oder verlinkt wird.
Woher kommt der Begriff GEO?
Systematisch beschrieben wurde der Begriff unter anderem in der wissenschaftlichen Arbeit „GEO: Generative Engine Optimization“, veröffentlicht 2024 auf der ACM SIGKDD Conference. Die Forschenden untersuchten, wie sich die Sichtbarkeit von Quellen innerhalb von Antworten generativer Suchsysteme verändern kann.
Die Ergebnisse stammen aus einem bestimmten Versuchsaufbau. Die Autor:innen weisen selbst darauf hin, dass die Wirkung von Maßnahmen je nach Themenbereich unterschiedlich ausfällt. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf heutige kommerzielle Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Copilot übertragen.
Quelle: Aggarwal et al. (2024) – GEO: Generative Engine Optimization
Was bedeutet KI-Sichtbarkeit?
KI-Sichtbarkeit ist breiter als ein klassisches Ranking. Eine Website oder Marke kann auf unterschiedliche Weise sichtbar werden: Eine URL wird als Quelle verlinkt, eine Aussage wird einer Quelle zugeordnet, ein Unternehmen wird in einer Antwort genannt, eine Person folgt einem Link auf die Website – oder Informationen unterstützen eine Antwort, ohne dass daraus eine sichtbare Platzierung entsteht.
Gefunden
Inhalt kann abgerufen werden
Verwendet
Information unterstützt eine Antwort
Zitiert
Quelle wird sichtbar genannt
Geklickt
Person besucht die Website
Genannt
Marke erscheint in einer Antwort
Diese Ebenen sind nicht dasselbe – und keine Rangfolge.
Citation ≠ Ranking ≠ Klick ≠ Empfehlung ≠ Geschäftserfolg.
Warum verändert generative Suche die Informationssuche?
Bei klassischer Suche sieht eine Person typischerweise mehrere Ergebnisse und entscheidet selbst, welche sie öffnet. Generative Systeme können dagegen eine Frage interpretieren, zusätzliche Informationen suchen, mehrere Quellen berücksichtigen, diese zusammenführen und daraus eine Antwort mit Quellen oder Links erzeugen.
Die Entscheidung, welche Quellen berücksichtigt werden, fällt damit teilweise schon vor dem eigentlichen Websitebesuch. Ein Teil der Sichtbarkeitsfrage verschiebt sich von „Auf welcher Position steht meine Seite?“ zu: „Wird meine Information überhaupt gefunden, ausgewählt, verwendet oder zitiert?“
Wie funktioniert generative Suche grundsätzlich?
Ein vereinfachtes Modell hilft beim Einordnen: Eine Person stellt eine Frage, das System interpretiert Bedarf und Kontext und ruft – je nach System – Informationen aus Suchindizes, Websuche oder angebundenen Datenquellen ab. Anschließend wählt es aus, was relevant erscheint, ein Sprachmodell formuliert die Antwort, und je nach System werden Quellen oder Links sichtbar dargestellt.
- 1Frage
- 2Verstehen
- 3Suchen / Abrufen
- 4Quellen auswählen
- 5Antwort generieren
- 6Quellen / Links
Vereinfachtes Modell. Technische Verfahren unterscheiden sich je nach Anbieter.
Nicht jedes System führt jeden Schritt identisch aus. Und nicht jedes System durchsucht bei jeder Frage live das Web.
Was bedeutet RAG?
RAG steht für Retrieval-Augmented Generation. Vereinfacht: Ein System ergänzt sein vorhandenes Modellwissen durch aktuell abgerufene Informationen und nutzt sie als zusätzlichen Kontext für die Antwort. Google beschreibt RAG beziehungsweise Grounding ausdrücklich als Technik innerhalb seiner generativen Suchfunktionen.
Was bedeutet Query Fan-out?
Für seine generative Suche beschreibt Google ein sogenanntes Query Fan-out: Aus einer Ausgangsfrage leitet das System mehrere verwandte Suchanfragen ab, um zusätzliche Informationen zu beschaffen. Aus „Welche Marketingmaßnahmen sind für ein kleines lokales Unternehmen sinnvoll?“ könnten etwa Teilfragen zu Local SEO, Website, Kundenbewertungen, Content oder regionaler Sichtbarkeit entstehen.
Das ist für Google dokumentiert. Daraus folgt nicht, dass alle KI-Suchsysteme so arbeiten.
Quelle: Google Search Central – KI-Funktionen in der Google Suche und deine Website
Den Ablauf von der Frage bis zur generierten Antwort erklärt die Vertiefung KI-Suche einfach erklärt – mit Retrieval, RAG, Grounding und Citations.
GEO und SEO – was ist gleich, was ist anders?
SEO zielt traditionell darauf, Websites in Suchsystemen auffindbar, indexierbar, relevant und in klassischen Suchergebnissen sichtbar zu machen. GEO richtet den Blick zusätzlich darauf, ob Informationen innerhalb generativer Systeme abgerufen, verstanden, verwendet, zitiert oder verlinkt werden können.
Viele Grundlagen überschneiden sich: technische Zugänglichkeit, klare und hilfreiche Inhalte, thematische Relevanz, Aktualität, Glaubwürdigkeit und eine klare Website-Struktur. Es geht also nicht um SEO gegen GEO – beide überschneiden sich teilweise, verfolgen aber nicht in jeder Situation dieselben sichtbaren Ergebnisse und Kennzahlen.
SEO
- Klassische Suchergebnisse
- Rankings
- Klicks
Gemeinsame Grundlage
- Zugängliche Website
- Hilfreiche Inhalte
- Klare Themen
- Qualität
- Vertrauen
GEO / KI-Sichtbarkeit
- Abruf von Informationen
- Verwendung in Antworten
- Citations / Quellen
- KI-Erwähnungen
Google betrachtet GEO weiterhin als Teil von SEO
Google nennt AEO und GEO als Bezeichnungen, die im Markt für die Optimierung von KI-Sucherlebnissen verwendet werden. Für seine eigenen generativen Suchfunktionen stellt Google klar: Die grundlegenden SEO-Praktiken bleiben relevant, und die Optimierung dafür ist weiterhin Teil der Suchmaschinenoptimierung.
Quelle: Google Search Central – KI-Funktionen in der Google Suche und deine Website
Das ist die Google-Perspektive. Andere Systeme besitzen eigene technische Strukturen und Kontrollen. Die SEO-Grundlagen selbst findest du in SEO einfach erklärt.
Ersetzt GEO klassische Suchmaschinenoptimierung?
Nein. Gerade bei Systemen, die bestehende Suchindizes oder Websuche verwenden, bleiben SEO-Grundlagen eine wichtige Voraussetzung. Google sagt das für die eigenen generativen Funktionen ausdrücklich; auch Microsoft verbindet klassische Webmaster- und Indexierungsdaten mit seinen AI-Performance-Auswertungen.
Gleichzeitig werden einige Bereiche neu oder wichtiger: sichtbare Citations, Grounding Queries (die Suchanfragen, mit denen ein System Informationen für eine Antwort abruft), unterschiedliche Antwortsysteme, neue Messmodelle, crawler-spezifische Kontrollen und verschiedene Formen der Quellenverwendung.
SEO bleibt Fundament. GEO erweitert den Blick auf generative Informationssysteme.
Die fünf Bausteine der KI-Sichtbarkeit
Fünf Bausteine ordnen das Thema. Jeder hat einen eigenen Schwerpunkt – die folgenden Abschnitte erklären, warum er wichtig sein kann. Das Wie behandeln eigene Vertiefungen.
- 1VerstehenWie funktioniert KI-Suche?
- 2Zugänglich seinKann das System meine Inhalte abrufen?
- 3Gute InformationenSind Inhalte klar, hilfreich und belegbar?
- 4Eindeutig seinIst verständlich, wer das Unternehmen ist?
- 5MessenWo werde ich tatsächlich sichtbar?
Vertiefungen werden verlinkt, sobald sie veröffentlicht sind.
1. Verstehen, wie KI-Suche funktioniert
KI-Suche ist keine klassische Ergebnisliste mit Chatfenster. Je nach System spielen Retrieval, Suchindizes, Websuche, Grounding, mehrere Teilanfragen und Sprachmodelle zusammen. Wer diese Grundlogik kennt, kann Maßnahmen realistischer einschätzen.
2. Technische Zugänglichkeit – ohne sie geht wenig
Ein System kann Inhalte nur berücksichtigen, wenn es technisch darauf zugreifen darf beziehungsweise sie über seine unterstützten Wege abrufen kann. Für die Google Suche gelten weiterhin die normalen Crawl- und Indexierungsgrundlagen.
Die Grundlagen von Crawling, Indexierung und robots.txt findest du unter Technisches SEO einfach erklärt. Hier geht es nur um den GEO-spezifischen Zusammenhang.
Anbieter verwenden teilweise eigene Bots. OpenAI nennt für die Aufnahme in ChatGPT Search den OAI-SearchBot, der nicht blockiert werden sollte. Davon getrennt ist GPTBot, der für mögliches Modelltraining eingesetzt wird. Beide lassen sich unabhängig voneinander steuern. Microsoft/Bing berücksichtigt Webmaster-Einstellungen und robots.txt auch im Zusammenhang mit seinen KI-Funktionen.
Quelle: OpenAI – Overview of OpenAI Crawlers
Vertiefung in Vorbereitung: „Website für KI-Suche zugänglich machen“
3. Gute Inhalte bleiben die Grundlage
Generative Suche verändert die Präsentation von Informationen, aber nicht die Grundvoraussetzung: Eine Quelle muss etwas Nützliches beitragen. Google empfiehlt für seine generative Suche hilfreiche, zuverlässige und originelle Inhalte mit echtem Mehrwert statt austauschbarer Zusammenfassungen. Microsoft nennt unter anderem klare Struktur, aussagekräftige Überschriften, nachvollziehbare Belege, Aktualität und thematische Tiefe.
Tiefe bedeutet nicht automatisch mehr Text. Ein Inhalt soll so ausführlich sein, wie es das Thema erfordert. Tabellen, Listen oder FAQ sind sinnvoll, wenn sie Informationen tatsächlich besser vermitteln – nicht als Pflichtformat.
Wie eine einzelne Seite klar aufgebaut wird, zeigt Onpage-SEO einfach erklärt.
Originalität wird wichtiger als austauschbarer KI-Text
Generative Systeme können allgemeine Informationen selbst gut zusammenfassen. Wenn eine Website nur wiedergibt, was auf vielen anderen Seiten ähnlich steht, trägt sie wenig Neues bei. Eigenständiger Wert entsteht etwa durch eigene Erfahrung, eigene Daten und Beobachtungen, konkrete Beispiele, nachvollziehbare Analysen, Fachwissen, Primärquellen, Originalgrafiken, eigene Methoden und eine transparente Einordnung.
DokumentiertGoogle nennt nicht austauschbare, eigenständige Inhalte ausdrücklich als Schwerpunkt für seine generative Suche. Best PracticeFür andere Systeme ist Originalität eine sinnvolle Qualitätsstrategie – kein bestätigter Rankingfaktor.
Vertiefung in Vorbereitung: „Inhalte für KI-Suche optimieren“
4. Unternehmen und Marke eindeutig darstellen
Ein Unternehmen sollte im öffentlichen Web möglichst eindeutig erkennbar sein: Wie lautet der Name? Was wird angeboten? Welche Personen gehören dazu? Wo befindet es sich? Welche Website ist offiziell, welche Profile gehören tatsächlich dazu – und stimmen die wesentlichen Informationen überein?
Das ist keine Garantie für KI-Erwähnungen. Es geht darum, widersprüchliche und unklare Informationen zu vermeiden.
Vertiefung in Vorbereitung: „Unternehmen und Marken für KI verständlich machen“
Welche Rolle spielen externe Quellen und Erwähnungen?
Generative Systeme können Informationen aus unterschiedlichen öffentlich verfügbaren Quellen zusammenführen. Relevant ist dann nicht nur, was ein Unternehmen über sich selbst sagt, sondern möglicherweise auch, was anderswo über Unternehmen, Leistungen, Personen und Themen veröffentlicht wird. Google weist darauf hin, dass seine generativen Funktionen auch Informationen aus Blogs, Videos oder Forendiskussionen darstellen können – und warnt zugleich vor künstlich erzeugten Erwähnungen.
Mehr Erwähnungen bedeuten deshalb nicht automatisch mehr KI-Sichtbarkeit.
Wie externe Signale grundsätzlich einzuordnen sind, erklären Offpage-SEO einfach erklärt und Backlinks einfach erklärt.
5. Wie lässt sich KI-Sichtbarkeit messen?
Neue Suchformen brauchen teilweise neue Kennzahlen. Heute gibt es bereits konkrete Datenquellen – jede misst etwas anderes:
- Google Search Console: eigene Auswertungen zu generativen KI-Funktionen, unter anderem Impressionen, Seiten, Länder, Geräte und Entwicklung über Zeit.
- Bing Webmaster Tools – AI Performance: unter anderem Citations, zitierte Seiten, Grounding Queries, Themen und Zeitverläufe. Bing weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Daten Zitieraktivität zeigen – nicht Ranking, Autorität oder Bedeutung.
- ChatGPT Search: Verweise tragen den Parameter utm_source=chatgpt.com, sodass Besuche in der Webanalyse erkannt werden können.
Quelle: Bing Webmaster Tools – AI Performance
Quelle: OpenAI Help Center – Publishers and Developers – FAQ
Google-Impression ≠ Bing-Citation ≠ ChatGPT-Besuch. Keine einzelne Kennzahl beschreibt den gesamten Erfolg.
Klassische SEO-Kennzahlen erklärt SEO-Erfolg messen.
Vertiefung in Vorbereitung: „KI-Sichtbarkeit messen“
Was ist bei GEO bereits gut dokumentiert?
Bei GEO lohnt sich eine klare Dreiteilung: Was ist dokumentiert, was ist sinnvolle Praxis, was ist offen?
Dokumentiert
Plattform oder Forschung bestätigt
Best Practice
Fachlich sinnvoll, aber keine Garantie
Offen
Systeme geben keine vollständige Antwort
Gute GEO-Arbeit trennt Fakten von Vermutungen.
DokumentiertJe nach Plattform bestätigt
- Google verwendet für seine generative Suche unter anderem RAG beziehungsweise Grounding und beschreibt Query Fan-out.
- Google sagt, dass SEO-Grundlagen weiterhin relevant sind, kein spezielles GEO-Schema nötig ist und llms.txt für die Suche nicht verwendet wird.
- OpenAI verwendet OAI-SearchBot für ChatGPT Search und trennt Such-Crawling von GPTBot für Training.
- Bing zeigt Citations und Grounding Queries in den Webmaster Tools – und betont, dass Citations keine Rankings darstellen.
Best PracticePlausibel und sinnvoll gestützt
- Informationen eindeutig formulieren und Aussagen belegen
- Primärquellen verwenden und Inhalte aktuell halten
- Eigenes Fachwissen ergänzen
- Unternehmen konsistent darstellen
- Themen vollständig, aber ohne künstliche Aufblähung behandeln
- Wichtige Inhalte technisch erreichbar halten
Diese Punkte sind keine universellen Rankingfaktoren.
Was wissen wir über GEO noch nicht?
Generative Suchsysteme sind komplex, unterschiedlich, teilweise proprietär und laufend in Entwicklung. Noch offenWebsitebetreiber:innen wissen deshalb häufig nicht, welche Quellen intern betrachtet wurden, warum genau eine Seite gewählt wurde, wie einzelne Signale gewichtet sind, wie stark Antworten zwischen fast identischen Fragen variieren, wie Modellupdates die Auswahl verändern – und welche Maßnahme langfristig tatsächlich für eine Citation verantwortlich war.
GEO ist kein vollständig entschlüsseltes Ranking-System. Wer feste Erfolgsformeln verspricht, sollte seine Belege offenlegen.
GEO-Mythen, die du nicht ungeprüft übernehmen solltest
Mythos
llms.txt ist Pflicht
Fakt
Für die Google Suche nicht erforderlich.
Mythos
KI braucht spezielle Mini-Texte
Fakt
Kein universelles Chunking erforderlich.
Mythos
Schema garantiert KI-Sichtbarkeit
Fakt
Kein spezielles GEO-Schema für Google.
Mythos
Citation = Ranking
Fakt
Unterschiedliche Messgrößen.
Mythos 1: Du brauchst llms.txt für Google
Für Google falsch: Google erklärt, dass die Google Suche llms.txt weder für klassische noch für generative Funktionen verwendet. Andere Systeme oder künftige Anwendungen können eigene Regeln haben.
Mythos 2: Inhalte müssen in kleine KI-Chunks zerlegt werden
Google sagt, dass kein spezielles künstliches Zerlegen erforderlich ist. Kurze Abschnitte können der Lesbarkeit dienen – das ist etwas anderes als „KI versteht nur Mini-Abschnitte“.
Mythos 3: GEO braucht spezielles Schema.org-Markup
Für Google gibt es kein spezielles GEO- oder KI-Schema. Bestehende strukturierte Daten bleiben sinnvoll, wenn sie korrekt zum sichtbaren Inhalt passen.
Mythos 4: Jede Frage braucht eine eigene Seite
Seiten für jede denkbare Prompt-Variante sind keine gute Idee. Google warnt ausdrücklich vor massenhaft erstellten Inhalten, die Suchergebnisse manipulieren sollen.
Mythos 5: Citations sind Rankings
Microsoft beschreibt Citations als Maß dafür, wie oft Inhalte sichtbar als Quelle verwendet wurden – nicht als Ranking, Autorität oder Bedeutung.
Mythos 6: GEO garantiert ChatGPT-Erwähnungen
Nein. OpenAI dokumentiert Voraussetzungen für Crawling und Aufnahme in die Suche. Eine Platzierung oder Citation ist trotzdem nicht garantiert.
Quelle: Google Search Central – KI-Funktionen in der Google Suche und deine Website
GEO für kleine Unternehmen – womit anfangen?
Ein kleines Unternehmen braucht keine komplizierte GEO-Strategie mit 100 Maßnahmen. Die Prioritäten:
- Eine gute Website: Wichtige Informationen sind vorhanden und öffentlich zugänglich.
- SEO-Grundlagen: Technik und Inhalte nicht zugunsten vermeintlicher GEO-Tricks vernachlässigen.
- Gute Informationen: Eigene Expertise und Konkretes statt allgemeiner Standardtexte.
- Ein eindeutiges Unternehmen: Wer, was, für wen, wo und wer dahintersteht.
- Ein seriöses digitales Umfeld: Relevante Profile und Geschäftsinformationen aktuell halten.
- Messen: Beobachten, wo Inhalte bereits sichtbar werden.
Für kleine Unternehmen ist eine klare, hochwertige Website wichtiger als eine Sammlung angeblicher GEO-Hacks.
GEO in 7 Schritten starten
- 1SEO-Grundlage
- 2Zielgruppenfragen
- 3Informationslücken
- 4Hochwertige Inhalte
- 5KI-Zugänglichkeit
- 6Unternehmen eindeutig machen
- 7Messen
- SEO-Grundlage prüfen: Sind wichtige Inhalte technisch erreichbar, indexierbar und sinnvoll strukturiert? Ein strukturiertes Vorgehen zeigt SEO-Audit einfach erklärt.
- Wichtige Fragen deiner Zielgruppe bestimmen: Nicht einzelne Prompts sammeln, sondern Probleme, Entscheidungen und Informationsbedürfnisse verstehen. Hilfreich ist Suchintention einfach erklärt.
- Informationslücken erkennen: Was fehlt auf der Website, was wird nur oberflächlich beantwortet, welche eigenen Erfahrungen oder Daten schaffen echten Mehrwert?
- Inhalte klar und belastbar aufbauen: Verständliche Aussagen, logische Struktur, Belege, Beispiele, Originalinformationen und Aktualität.
- Technische KI-Zugänglichkeit prüfen: Welche Such-Bots und Systeme sollen Inhalte abrufen dürfen? Nicht alle KI-Bots gleich behandeln.
- Unternehmen eindeutig darstellen: Name, Leistungen, Personen und öffentliche Profile widerspruchsfrei halten.
- Sichtbarkeit beobachten: Erst messen, dann weiterentwickeln – ohne erfundene GEO-Scores.
GEO und Marketing – warum Sichtbarkeit allein nicht reicht
Eine Marke kann in KI-Systemen sichtbar sein und trotzdem keine Klicks bekommen, die falsche Zielgruppe erreichen, keine Anfragen erhalten oder falsch eingeordnet werden. GEO gehört deshalb immer in den Zusammenhang deines Marketings.
Die eigentliche Frage lautet nicht „Wie oft nennt ChatGPT meine Marke?“, sondern: Ist mein Unternehmen in relevanten Informations- und Entscheidungssituationen sichtbar?
Was nicht das Ziel von GEO sein sollte
Möglichst viele Erwähnungen, beliebige Citations, künstliche Markennennungen, massenhaft KI-generierte Seiten, Prompt-Stuffing, die Manipulation einzelner Systeme oder das tägliche Prüfen zufälliger Chatantworten. Ziel ist relevante, verlässliche, nachvollziehbare und möglichst messbare Sichtbarkeit.
Wie du Ziele sinnvoll festlegst, zeigt Marketingziele einfach erklärt.
Häufige Fragen zu GEO
GEO braucht keine Hacks, sondern gute Grundlagen
GEO ist kein Trick, mit dem sich eine Marke in KI-Antworten hineinoptimieren lässt, und kein Ersatz für SEO. Generative Suche erweitert eine alte Frage: Wie werden die richtigen Informationen von den richtigen Menschen gefunden? Neu ist, dass zwischen Frage und Website ein System stehen kann, das Informationen sucht, auswählt, kombiniert, zusammenfasst und gegebenenfalls als Quelle sichtbar macht.
Gute GEO-Arbeit braucht deshalb vor allem: eine technisch erreichbare Website, hochwertige und eindeutige Informationen, ein klar verständliches Unternehmen, ein glaubwürdiges öffentliches Umfeld und eine realistische Messung dessen, was tatsächlich sichtbar wird.
Du möchtest deine Sichtbarkeit in klassischer und KI-Suche verbessern?
Marketing-PRAKTIKERIN unterstützt bei SEO & GEO – von der Analyse über Inhalte und Website-Struktur bis zur praktischen Optimierung.
SEO & GEO ansehenQuellen & weiterführende Informationen
- Google Search Central: KI-Funktionen in der Google Suche und deine Website
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- OpenAI Help Center: Publishers and Developers – FAQ
- Microsoft Bing Webmaster Tools: AI Performance
- Aggarwal, P., Murahari, V., Rajpurohit, T., Kalyan, A., Narasimhan, K., & Deshpande, A. (2024). GEO: Generative Engine Optimization. In Proceedings of the 30th ACM SIGKDD Conference on Knowledge Discovery and Data Mining. ACM.

