Keyword-Recherche klingt nach großen Tabellen, teuren SEO-Tools und stundenlanger Zahlenarbeit.

Das kann sie sein – muss sie aber nicht.

Wenn du einen einzelnen Blogbeitrag, eine Leistungsseite oder eine neue Inhaltsidee planst, kannst du bereits in 30 Minuten eine brauchbare Grundlage schaffen. Nicht für die komplette SEO-Strategie eines Unternehmens, aber für eine klare erste Entscheidung:

  • Wonach sucht meine Zielgruppe?

  • Welche Begriffe verwendet sie dabei?

  • Was möchte sie mit der Suche erreichen?

  • Welcher Suchbegriff passt am besten zu meiner geplanten Seite?

  • Welche Fragen und Nebenbegriffe sollte der Inhalt zusätzlich beantworten?

Am Ende brauchst du keine Liste mit 500 Keywords. Du brauchst ein passendes Hauptkeyword, einige eng verwandte Begriffe und ein klares Verständnis dafür, was Menschen hinter der Suche erwarten.

Genau das erarbeiten wir in der Keyword-Recherche in 30-Minuten.

Was ist eine Keyword-Recherche?

Bei einer Keyword-Recherche findest und bewertest du jene Wörter und Fragen, die Menschen in Suchmaschinen eingeben, wenn sie nach Informationen, Produkten, Dienstleistungen oder Lösungen suchen.

Ein Keyword kann aus einem einzelnen Wort bestehen, zum Beispiel „Badsanierung“. Häufig handelt es sich jedoch um eine genauere Wortgruppe oder eine vollständige Frage:

  • Badsanierung Graz,

  • Badsanierung Kosten,

  • kleines Bad komplett sanieren,

  • wie lange dauert eine Badsanierung?

Je konkreter eine Suchanfrage ist, desto besser lässt sich häufig erkennen, welches Problem gelöst werden soll.

Keyword-Recherche bedeutet deshalb nicht nur, häufig gesuchte Begriffe zu sammeln. Sie verbindet drei Perspektiven:

PerspektiveZentrale Frage
Sprache der ZielgruppeWelche Wörter und Formulierungen verwendet sie?
SuchintentionWelche Information, Lösung oder Handlung erwartet sie?
Relevanz für das UnternehmenPasst die Suche zu meinem Angebot, Wissen und Ziel?

Google empfiehlt in seinen Search Essentials, Wörter zu verwenden, mit denen Menschen nach einem Inhalt suchen würden, und diese an aussagekräftigen Stellen wie Seitentitel und Hauptüberschrift einzusetzen.

Das bedeutet jedoch nicht, ein Keyword möglichst oft in einen Text zu stopfen. Die Recherche soll dir helfen, die Zielgruppe besser zu verstehen und einen wirklich passenden Inhalt zu erstellen.

Was du in 30 Minuten erreichen kannst – und was nicht

Eine schnelle Keyword-Recherche ersetzt keine vollständige Analyse für eine große Website, einen Onlineshop oder einen stark umkämpften Markt.

In 30 Minuten kannst du aber:

  • ein Thema sinnvoll eingrenzen,

  • die Sprache deiner Zielgruppe sammeln,

  • erste Suchbegriffe und Fragen finden,

  • die Suchergebnisse und damit die Suchintention prüfen,

  • ähnliche Begriffe grob vergleichen,

  • ein Hauptkeyword festlegen,

  • passende Nebenbegriffe auswählen,

  • entscheiden, welche Seite oder welcher Beitrag daraus entstehen soll.

Nicht realistisch sind in dieser Zeit:

  • eine vollständige Keyword-Strategie für die gesamte Website,

  • eine genaue Wettbewerbsanalyse,

  • die Planung Hunderter Inhalte,

  • verlässliche Umsatzprognosen,

  • eine Garantie für ein bestimmtes Ranking.

Die 30-Minuten-Methode ist ein Arbeitsstart, keine SEO-Glaskugel.

Bevor die Uhr läuft: Entscheide dich für ein konkretes Thema

Der häufigste Grund, warum eine schnelle Keyword-Recherche ausufert, ist ein viel zu breiter Ausgangspunkt.

Mit „Marketing“, „Gesundheit“, „Möbel“ oder „Finanzen“ kannst du in 30 Minuten kaum zu einer sinnvollen Auswahl kommen. Diese Themen umfassen zu viele unterschiedliche Probleme und Suchabsichten.

Grenze deshalb zuerst ein, wofür du Keywords benötigst:

  • für eine konkrete Leistung,

  • für ein bestimmtes Produkt,

  • für eine häufige Kundenfrage,

  • für einen geplanten Blogbeitrag,

  • für eine bestehende Seite, die verbessert werden soll.

Statt „Bad“ lautet das Startthema beispielsweise „komplette Badsanierung in Graz“. Statt „Marketing“ könnte es „Marketingplan für kleine Unternehmen erstellen“ sein.

Du recherchierst also nicht einfach Wörter. Du recherchierst für eine konkrete Seite mit einem konkreten Zweck.

Der 30-Minuten-Plan im Überblick

ZeitAufgabeErgebnis
Minute 0–5Ziel und Ausgangsbegriff festlegenein klares Thema und drei bis fünf Startbegriffe
Minute 5–10Kundensprache sammelnechte Formulierungen, Probleme und Fragen
Minute 10–15Google (KI) als Ideenquelle nutzenverwandte Suchbegriffe und Fragevarianten
Minute 15–20Suchintention prüfenVerständnis dafür, welche Ergebnisse erwartet werden
Minute 20–25Begriffe mit Daten grob vergleichenHinweise auf Nachfrage, Region und Entwicklung
Minute 25–30Keywords bewerten und auswählenein Hauptkeyword, Nebenbegriffe und nächste Seite

Öffne eine leere Tabelle, ein Dokument oder ganz altmodisch ein Blatt Papier. Lege fünf Spalten an:

SuchbegriffSuchintentionRelevanzPassende SeitePriorität

Mehr brauchst du für den ersten Durchgang nicht.

Minute 0–5: Ziel und Ausgangsbegriffe festlegen

Stelle dir zu Beginn drei Fragen:

  1. Für welches Angebot oder Thema recherchiere ich?

  2. Welche Person soll die Seite finden?

  3. Was soll diese Person nach dem Besuch wissen oder tun?

Nehmen wir als Beispiel einen Installationsbetrieb, der komplette Badsanierungen in Graz anbietet.

Das Ziel lautet nicht einfach „mehr Websitebesuche“. Die Seite soll Menschen erreichen, die eine umfassende Sanierung planen und dafür einen regionalen Fachbetrieb suchen.

Mögliche Startbegriffe sind:

  • Badsanierung,

  • Bad renovieren,

  • Bad komplett sanieren,

  • Badsanierung Graz,

  • neues Bad Kosten.

Diese Begriffe müssen noch nicht perfekt sein. Sie sind Ausgangspunkte, von denen aus du die Sprache der Zielgruppe untersuchst.

Ein einfacher Satz für den Start

Fülle diese Vorlage aus:

Ich möchte eine Seite für [Zielgruppe] erstellen, die nach [Problem, Leistung oder Information] sucht und anschließend [gewünschter nächster Schritt] tun soll.

Im Beispiel:

Ich möchte eine Leistungsseite für Haus- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer im Raum Graz erstellen, die ihr Bad vollständig sanieren möchten und anschließend eine Beratung anfragen sollen.

Dieser Satz schützt dich davor, bei jedem interessanten Keyword in ein neues Thema abzubiegen.

Minute 5–10: Die Sprache deiner Kundschaft sammeln

Bevor du ein Keyword-Tool öffnest, denke an echte Gespräche.

Welche Wörter verwenden Kundinnen und Kunden in E-Mails, Telefonaten, Beratungsgesprächen oder Bewertungen? Fragen sie nach einer „Badsanierung“, einem „Badumbau“ oder sagen sie schlicht: „Wir möchten unser altes Bad komplett neu machen“?

Gute Quellen für diese Formulierungen sind:

  • Kundenanfragen,

  • E-Mails und Kontaktformulare,

  • Verkaufsgespräche,

  • Fragen an den Support,

  • Kommentare und Bewertungen,

  • Gespräche mit Mitarbeitenden mit Kundenkontakt,

  • eigene Notizen aus Beratungen,

  • Foren oder seriöse Fachgruppen, in denen die Zielgruppe selbst schreibt.

Notiere ohne lange Bewertung:

  • verwendete Hauptbegriffe,

  • typische Probleme,

  • gewünschte Ergebnisse,

  • Einwände,

  • Kostenfragen,

  • regionale Begriffe,

  • häufige Fragewörter wie „wie“, „was“, „welche“, „wo“ und „wie viel“.

Für das Beispiel könnten daraus entstehen:

  • altes Bad erneuern,

  • Badumbau aus einer Hand,

  • barrierefreies Bad nachrüsten,

  • Badsanierung ohne lange Baustelle,

  • Kosten für ein neues Bad,

  • Dauer einer kompletten Badsanierung.

Gerade für österreichische Unternehmen ist dieser Schritt wichtig. Die eigene Kundschaft sucht möglicherweise nach „Installateur“, „Tischler“ oder „Jause“, während ein auf Deutschland ausgerichtetes Tool andere Begriffe bevorzugt. Das Keyword mit der größten Zahl ist wenig hilfreich, wenn es im eigenen Markt kaum jemand in dieser Bedeutung verwendet.

Minute 10–15: Google als kostenlose Ideenquelle nutzen

Gib deine wichtigsten Startbegriffe nacheinander in die Google-Suche ein. Beobachte dabei drei Bereiche:

1. Automatische Suchvorschläge

Schon während der Eingabe erscheinen mögliche Ergänzungen. Sie können dir zeigen, welche konkreteren Formulierungen rund um dein Thema vorkommen.

Google erklärt, dass diese Vervollständigungen automatisiert erzeugte Vorhersagen sind. Sie sind nützliche Ideen, aber keine vollständige Keyword-Liste und kein Beweis für ein bestimmtes Suchvolumen. Außerdem können unter anderem Standort, Sprache, aktuelle Entwicklungen und Sucheinstellungen die angezeigten Vorschläge beeinflussen. Google: So funktionieren Autocomplete-Vorhersagen

Teste einfache Ergänzungen wie:

  • Hauptbegriff + Kosten,

  • Hauptbegriff + Österreich oder Ort,

  • Hauptbegriff + für Anfänger,

  • Hauptbegriff + Vergleich,

  • Hauptbegriff + Problem,

  • Hauptbegriff + Erfahrungen.

2. Ähnliche Fragen

Je nach Suchanfrage zeigt Google einen Bereich mit verwandten Fragen. Notiere nur jene Fragen, die wirklich zu deinem Thema und deiner Zielgruppe passen.

Aus „Badsanierung Kosten“ könnten beispielsweise Fragen zur Dauer, zu Preisfaktoren, zum Ablauf oder zu möglichen Förderungen entstehen.

3. Verwandte Suchanfragen

Am Ende der Suchergebnisse findest du häufig weitere Suchvorschläge. Google beschreibt diese als automatisch erzeugte verwandte Suchen, die darauf beruhen, wie Menschen nach ähnlichen Themen suchen. Google: Suchanfragen verfeinern

Übernimm nicht jede Variante. Fünf bis zehn gute neue Begriffe und Fragen reichen für diesen Schritt vollkommen aus.

Minute 15–20: Die Suchintention erkennen

Nun kommt der wichtigste Teil: Suche selbst nach den aussichtsreichsten Begriffen und sieh dir die Ergebnisse an.

Die Suchintention beschreibt, welches Ziel wahrscheinlich hinter einer Suchanfrage steckt.

SuchintentionWas die Person wahrscheinlich möchteTypische FormulierungenPassender Inhalt
Informationetwas verstehen oder lernenwas ist, wie funktioniert, AnleitungRatgeber, Erklärung, Anleitung
Vergleich und EntscheidungLösungen prüfen und abwägenbeste, Vergleich, Kosten, ErfahrungenVergleich, Kostenübersicht, Entscheidungshilfe
Handlung oder Kaufbuchen, kaufen oder anfragenkaufen, Termin, Angebot, PreisProdukt- oder Leistungsseite
Lokaleinen Anbieter in der Nähe findenGraz, Steiermark, in der NäheStandort- oder regionale Leistungsseite

Diese Kategorien sind keine starren Schubladen. Eine Suchanfrage kann mehrere Absichten verbinden. „Badsanierung Graz Kosten“ hat beispielsweise einen lokalen, kommerziellen und informativen Anteil.

Was verraten die Suchergebnisse?

Achte auf die Art der sichtbaren Treffer:

  • Erscheinen überwiegend Ratgeber und Anleitungen?

  • Siehst du hauptsächlich Produkt- oder Leistungsseiten?

  • Werden lokale Unternehmen und Google Maps hervorgehoben?

  • Gibt es Vergleiche, Videos, Bilder oder aktuelle Nachrichten?

  • Wie konkret beantworten die ersten Ergebnisse die Anfrage?

Wenn Google zu einem Begriff fast nur Ratgeber zeigt, wird eine kurze Verkaufsseite die Erwartung wahrscheinlich nicht gut erfüllen. Erscheinen dagegen hauptsächlich regionale Anbieter, ist ein allgemeiner Blogbeitrag möglicherweise nicht die passende Seitenart.

Die Prüfung der Suchergebnisse bewahrt dich vor einem klassischen Fehler: Ein Keyword sieht thematisch passend aus, verlangt aber einen völlig anderen Inhalt als den, den du erstellen möchtest.

Ein Keyword, zwei unterschiedliche Erwartungen

Vergleiche:

  • Badsanierung Graz – wahrscheinlich Suche nach einem regionalen Anbieter,

  • Badsanierung Ablauf – wahrscheinlich Suche nach einer verständlichen Erklärung,

  • Badsanierung Kosten – wahrscheinlich Orientierung vor einer Entscheidung,

  • Badsanierung Förderung Steiermark – konkrete regionale Informationssuche.

Diese Begriffe gehören zum selben Thema. Sie müssen aber nicht alle dieselbe Hauptseite erhalten.

Minute 20–25: Suchbegriffe mit Daten grob vergleichen

Jetzt darf ein Werkzeug helfen. Für eine schnelle Recherche reichen kostenlose Möglichkeiten oft aus.

Google Trends für Vergleiche und Entwicklungen

Mit Google Trends kannst du mehrere Begriffe vergleichen, den Zeitraum und das Land auswählen sowie regionale Unterschiede und verwandte Suchanfragen prüfen.

Für ein österreichisches Unternehmen solltest du den Standort auch tatsächlich auf Österreich setzen. Bei saisonalen Angeboten ist ein längerer Zeitraum sinnvoll, damit eine kurzfristige Spitze nicht wie ein dauerhafter Trend aussieht.

Wichtig: Die Werte in Google Trends sind keine absoluten Suchvolumina. Sie zeigen ein normalisiertes relatives Interesse auf einer Skala von 0 bis 100. Begriffe mit sehr geringem Suchvolumen können außerdem als 0 erscheinen. Das bedeutet nicht automatisch, dass niemand danach sucht. Google Trends: FAQ zu den Daten

Nutze Trends deshalb für Fragen wie:

  • Welche von zwei Formulierungen wird häufiger verwendet?

  • Ist das Interesse saisonal?

  • Gewinnt oder verliert ein Begriff relativ an Bedeutung?

  • Gibt es regionale Unterschiede?

  • Welche verwandten Suchanfragen tauchen auf?

Google Keyword-Planer für zusätzliche Ideen

Der Google Keyword-Planer kann neue Keyword-Ideen sowie Schätzungen zu monatlichen Suchanfragen liefern. Das Werkzeug gehört zu Google Ads und ist ursprünglich für die Planung bezahlter Suchkampagnen gedacht. Seine Angaben zu Wettbewerb und Klickpreisen beziehen sich daher auf Anzeigen und dürfen nicht einfach als Schwierigkeitswert für organisches SEO gelesen werden.

Für eine schnelle Recherche ist er hilfreich, wenn du bereits Zugriff hast. Richte aber nicht erst während dieser fünf Minuten ein komplettes Google-Ads-Konto ein. Dann gewinnt das Werkzeug gegen die Stoppuhr – und die Keyword-Liste schaut weiter geduldig zu.

Google Search Console für bestehende Websites

Wenn deine Website bereits Suchdaten sammelt, ist die Google Search Console besonders wertvoll. Im Leistungsbericht findest du Suchanfragen, über die deine Seiten in Google eingeblendet oder angeklickt wurden.

Google weist darauf hin, dass aus Datenschutzgründen nicht alle Suchanfragen einzeln angezeigt werden. Trotzdem können die vorhandenen Daten überraschende Formulierungen und Themenchancen zeigen. Google Search Console: Suchanfragen im Leistungsbericht

Prüfe zum Beispiel:

  • Für welche ähnlichen Begriffe wird eine bestehende Seite bereits angezeigt?

  • Welche Suchanfragen haben viele Impressionen, aber wenige Klicks?

  • Welche Fragen oder regionalen Varianten tauchen auf?

  • Passt die bisherige Seite zur erkennbaren Suchintention?

Brauchst du ein kostenpflichtiges Keyword-Tool?

Für einen einzelnen Beitrag: nicht unbedingt.

Kostenpflichtige Werkzeuge werden sinnvoller, wenn du regelmäßig Inhalte planst, viele Themen vergleichst, Mitbewerber analysierst oder eine umfangreiche Website strukturierst. Sie können Zeit sparen und zusätzliche Daten liefern. Sie nehmen dir aber die inhaltliche Entscheidung nicht ab.

Auch Google empfiehlt, Aussagen und Empfehlungen externer SEO-Werkzeuge kritisch mit offiziellen Grundlagen abzugleichen. Google Search Central: Umgang mit SEO-Tools und externen Empfehlungen

Minute 25–30: Keywords bewerten und auswählen

Nun reduzierst du deine Liste. Bewerte jeden Suchbegriff anhand von fünf Fragen:

  1. Relevanz: Passt der Begriff wirklich zu meinem Angebot oder Inhalt?

  2. Suchintention: Kann die geplante Seite die Erwartung hinter der Suche erfüllen?

  3. Zielgruppe: Verwenden die richtigen Menschen diese Formulierung?

  4. Geschäftlicher Wert: Kann daraus eine sinnvolle Anfrage, ein Kauf, ein Download oder ein wichtiger nächster Schritt entstehen?

  5. Realistische Umsetzbarkeit: Kann ich einen eigenständigen, hilfreichen und glaubwürdigen Inhalt dazu erstellen?

Du kannst jeden Punkt mit 0, 1 oder 2 bewerten:

  • 0 = passt nicht oder kaum,

  • 1 = teilweise passend,

  • 2 = sehr passend.

Das Suchvolumen ist eine zusätzliche Information, aber nicht der Chef des Auswahlkomitees.

Ein kleiner, sehr konkreter Begriff kann für ein KMU wirtschaftlich wertvoller sein als ein großes allgemeines Keyword. Wer nach „Badsanierung Graz Kosten“ sucht, ist möglicherweise näher an einer Entscheidung als jemand, der nur „Bad Ideen“ eingibt.

So könnte das Ergebnis der 30-Minuten-Recherche aussehen

Für unser Beispiel ergibt sich eine erste Zuordnung:

SuchbegriffWahrscheinliche SuchintentionPassende SeitePriorität
Badsanierung Grazregionalen Anbieter findenLeistungsseitehoch
Bad komplett sanieren Grazkonkrete Komplettlösung suchenLeistungsseitehoch
Badsanierung KostenPreise und Faktoren verstehenRatgeber oder ausführlicher Abschnitthoch
Badsanierung AblaufVorgehen verstehenRatgeber und interner Link zur Leistungmittel
wie lange dauert eine Badsanierung?konkrete Frage beantwortenAbschnitt oder eigener Kurzbeitragmittel
barrierefreies Bad Grazspezielle regionale Leistung sucheneigene Leistungsseite, falls angebotenhoch
Badezimmer IdeenInspiration sammelnBild- oder Inspirationsbeitragniedrig für die aktuelle Leistungsseite

Das mögliche Hauptkeyword der Leistungsseite lautet „Badsanierung Graz“. Eng verwandte Begriffe wie „Bad komplett sanieren“ und relevante Kosten- oder Ablauffragen können natürlich im Inhalt vorkommen.

Andere Suchintentionen erhalten später einen eigenen Beitrag. So entsteht aus der Recherche nicht nur eine Wortliste, sondern eine kleine Inhaltsstruktur.

Hauptkeyword und Nebenkeywords: Was bedeutet das heute?

Ein Hauptkeyword beschreibt das zentrale Thema und die wichtigste Suchintention einer Seite. Nebenkeywords sind eng verwandte Begriffe, Varianten und Fragen, die denselben Inhalt sinnvoll ergänzen.

Das heißt nicht:

  • das Hauptkeyword in jedem Absatz wiederholen,

  • für jede kleine Wortvariante eine eigene Seite erstellen,

  • Singular und Plural künstlich trennen,

  • Texte nach einer angeblich perfekten Keyword-Dichte schreiben.

Eine gute Seite verwendet natürliche Sprache und behandelt ein Thema vollständig genug, um die wichtigsten Fragen der Zielgruppe zu beantworten.

Google betont, dass hilfreiche Inhalte in erster Linie für Menschen erstellt werden sollen. SEO ist sinnvoll, wenn es solchen Inhalten hilft, gefunden und verstanden zu werden – nicht wenn Inhalte nur entstehen, um Suchmaschinenbesuche einzusammeln. Google Search Central: Hilfreiche, verlässliche Inhalte erstellen

Die häufigsten Fehler bei einer schnellen Keyword-Recherche

FehlerWarum er problematisch istBesserer Ansatz
Mit einem viel zu breiten Thema startenDie Liste wächst in alle RichtungenFür eine konkrete Seite oder Frage recherchieren
Nur das größte Suchvolumen wählenRelevanz und Kaufnähe gehen verlorenPassung und Suchintention zuerst bewerten
Jedes gefundene Keyword übernehmenAus Ideen wird eine unbrauchbare SammlungAuf fünf bis zehn relevante Begriffe reduzieren
Die Suchergebnisse nicht ansehenDie erwartete Seitenart bleibt unbekanntWichtigste Begriffe selbst suchen und Treffer prüfen
Deutsche und österreichische Begriffe vermischenDie Sprache passt womöglich nicht zum MarktKundensprache und Region berücksichtigen
Google-Trends-Werte als Suchvolumen lesenRelative Daten werden falsch interpretiertTrends zum Vergleichen und Erkennen von Entwicklungen nutzen
Für jede Wortvariante eine eigene Seite planenÄhnliche Inhalte konkurrieren miteinanderBegriffe mit gleicher Absicht sinnvoll bündeln
KI-Vorschläge ungeprüft übernehmenSprachlich plausible Begriffe müssen nicht gesucht werdenKI als Ideengeber nutzen und anschließend echte Suchsignale prüfen

Kann KI die Keyword-Recherche übernehmen?

KI kann den Prozess beschleunigen. Sie kann beispielsweise:

  • erste Synonyme und Formulierungsvarianten vorschlagen,

  • Kundenfragen aus einem Thema ableiten,

  • eine ungeordnete Liste gruppieren,

  • mögliche Suchintentionen beschreiben,

  • Begriffe nach Informations-, Entscheidungs- oder Kaufphase sortieren,

  • aus Kundennotizen erste Keyword-Ideen gewinnen.

Sie kann jedoch nicht automatisch bestätigen, dass ein Begriff in Österreich tatsächlich gesucht wird, welche aktuellen Ergebnisse Google dazu zeigt oder ob vorhandene Tool-Daten korrekt interpretiert wurden.

Ein brauchbarer Arbeitsauftrag an eine KI könnte lauten:

Ich plane eine Leistungsseite für einen Installationsbetrieb, der komplette Badsanierungen im Raum Graz anbietet. Sammle aus Sicht von Haus- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern 20 mögliche Suchformulierungen. Gruppiere sie nach Information, Kosten, Ablauf und regionaler Anbietersuche. Erfinde keine Suchvolumina.

Die Ergebnisse sind eine Ideensammlung. Die Prüfung in Suchergebnissen, Trends, Search Console oder einem Keyword-Werkzeug folgt trotzdem.

Keyword-Recherche für KI-Suchen: Ändert sich jetzt alles?

Menschen stellen KI-Suchsystemen häufig längere und konkretere Fragen. Trotzdem bleibt die Grundaufgabe dieselbe: verstehen, wie die Zielgruppe ein Problem beschreibt, welche Information sie benötigt und welchen Inhalt sie als hilfreich empfindet.

Ergänze deine klassische Keyword-Liste deshalb um:

  • vollständige Fragen,

  • typische Problemschilderungen,

  • Vergleichs- und Entscheidungssituationen,

  • regionale Zusammenhänge,

  • konkrete Anwendungsfälle,

  • wichtige Rückfragen aus Beratung und Verkauf.

Ein einzelnes Keyword ist nicht mehr die ganze Landkarte. Aber es bleibt ein nützlicher Wegweiser.

Google empfiehlt auch für seine KI-gestützten Suchfunktionen weiterhin die grundlegenden SEO-Prinzipien: eine klare technische Struktur sowie eigenständige, hilfreiche und fachlich fundierte Inhalte. Google Search Central: Inhalte für KI-gestützte Suchfunktionen optimieren

Deine Kopiervorlage für die nächste Recherche

1. Ziel der Seite

  • Angebot oder Thema:

  • Zielgruppe:

  • gewünschter nächster Schritt:

  • geplante Seitenart:

2. Drei bis fünf Startbegriffe

3. Sprache der Kundschaft

  • typische Probleme:

  • verwendete Begriffe:

  • häufige Fragen:

  • gewünschte Ergebnisse:

  • regionale Besonderheiten:

4. Gefundene Suchbegriffe

SuchbegriffSuchintentionRelevanz 0–2Geschäftswert 0–2Passende Seite

5. Entscheidung

  • Hauptkeyword:

  • wichtige Nebenbegriffe:

  • zentrale Fragen:

  • unpassende Begriffe, die bewusst nicht verfolgt werden:

  • nächster Inhalt oder nächste Seite:

Was kommt nach den 30 Minuten?

Mit der Auswahl beginnt die eigentliche Inhaltsarbeit.

Übertrage das Hauptthema nicht einfach in möglichst viele Textstellen, sondern entwickle einen Inhalt, der die Suchintention wirklich erfüllt:

  1. Formuliere einen klaren Seitentitel und eine eindeutige Hauptüberschrift.

  2. Beantworte die wichtigste Frage früh und verständlich.

  3. Gliedere den Inhalt anhand relevanter Unterfragen.

  4. Ergänze eigene Erfahrungen, Beispiele, Daten oder fachliche Einschätzungen.

  5. Verlinke passende weiterführende Inhalte innerhalb deiner Website.

  6. Führe Leserinnen und Leser zu einem sinnvollen nächsten Schritt.

  7. Prüfe später in der Search Console, für welche Suchanfragen die Seite tatsächlich erscheint.

Keyword-Recherche ist kein einmaliger Vertrag mit Google. Die ersten Ergebnisse liefern neue Hinweise, mit denen du den Inhalt später verbessern kannst.

Gute Keyword-Recherche beginnt nicht mit einer möglichst langen Liste

Du musst nicht erst ein SEO-Profi werden oder ein teures Werkzeug abonnieren, bevor du einen sinnvoll ausgerichteten Inhalt erstellen kannst.

Für den Anfang genügen:

  • ein klar eingegrenztes Thema,

  • die Sprache deiner Kundschaft,

  • einige gezielte Suchanfragen,

  • ein Blick auf die tatsächlichen Suchergebnisse,

  • eine grobe Datenprüfung,

  • eine bewusste Entscheidung.

Nach 30 Minuten solltest du nicht 500 Keywords besitzen. Du solltest wissen, welche eine Seite du als Nächstes erstellst, wen sie erreichen soll und welche Frage sie besser beantwortet als eine beliebige Zusammenfassung aus dem Internet.

Das ist weniger spektakulär als eine riesige Tabelle. Dafür lässt es sich tatsächlich umsetzen – und genau dort beginnt gutes Marketing.